Großeinsatz in Neubrandenburg Autodiebe greifen Polizisten an 

Bei dem Versuch, zwei mutmaßliche Autodiebe zu fassen, sind Polizisten nahe der polnischen Grenze auf heftigen Widerstand gestoßen. Die Täter erbeuteten einen Streifenwagen, fuhren ihn zu Schrott - und verletzten zwei Beamte.


Ahlbeck/Neubrandenburg - Zwei mutmaßliche Autodiebe haben im deutsch-polnischen Grenzgebiet Polizisten angegriffen und verletzt. Einer der Täter habe bei der Attacke am Freitagnachmittag eine Dienstwaffe erbeutet und sei mit dem Streifenwagen geflohen, teilte die Polizei mit. Beide Männer konnten im Tagesverlauf gefasst werden. Sie sollten noch am Samstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Männer waren in Ahlbeck von Streifenbeamten in der Nähe zweier gestohlener Autos bemerkt worden, teilte die Polizei in Neubrandenburg mit. Einer der Verdächtigen sei zu Fuß geflüchtet, der andere habe die Beamten angegriffen, eine Dienstwaffe erbeutet und sei mit dem Streifenwagen geflohen. Ein Polizist habe einen Rippenbruch erlitten, der zweite eine Platzwunde.

Der zu Fuß Geflüchtete wurde kurz darauf von einem Polizeihubschrauber auf einer Wiese entdeckt. Der 57-jährige Pole leistete bei seiner Festnahme keinen Widerstand, berichtete die Polizei. Der zweite Verdächtige habe in Eggesin einen Autofahrer niedergeschlagen und sei mit dessen Fahrzeug weitergefahren, hieß es. Der gestohlene Streifenwagen sei mit Totalschaden in einem Wald entdeckt worden.

Flucht am Kontrollpunkt

Der ebenfalls aus Polen stammende 40-Jährige ging den Beamten schließlich am frühen Abend auf einer Straße zwischen Bellin und Vogelsang bei Ueckermünde ins Netz. Die geraubte Dienstwaffe hatte der Mann nicht mehr dabei. Nach ihr wurde am Samstag noch gesucht. Insgesamt waren mehr als 50 Polizisten, Spürhunde und zwei Hubschrauber bei dem Einsatz unterwegs.

Während der Aktion kam es zu einem weiteren Zwischenfall am Grenzübergang Hintersee, wo eine Kontrollstelle eingerichtet worden war. Drei Autos versuchten durchzubrechen, einem gelang es. Der Wagen wurde später in Polen gefunden. Vom Fahrer fehlte zunächst jede Spur. In den anderen beiden Autos saßen fünf Polen. Sie wurden festgenommen. Ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen werde vermutet, hieß es.

In dem Gebiet in Vorpommern werden immer wieder gestohlene Fahrzeuge nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen westeuropäischen Ländern sichergestellt. Die Region gilt als Transitstrecke für Autoschieber nach Polen. "Das Phänomen ist nicht neu. Damit haben wir schon länger zu tun", sagte ein Polizeisprecher. Neu sei allerdings das rücksichtslose Vorgehen der Täter. "Dass die Beamte angreifen, das ist eine neue Qualität."

sto/dpa



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