Tod von Hells Angel Aygün Mucuk Rockerboss von mindestens 16 Kugeln getroffen

Mindestens 16 Kugeln haben den Gießener Hells-Angels-Chef Aygün Mucuk getroffen, die meisten davon in die Brust. Der Rocker hat dem Schützen wohl in die Augen sehen können.

Polizisten beim Vereinsheim der Hells Angels
DPA

Polizisten beim Vereinsheim der Hells Angels


Der Gießener Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk ist durch zahlreiche Schüsse in die Brust getötet worden. Das hat die Obduktion des Leichnams ergeben. Wie die Gießener Staatsanwaltschaft und das hessische Landeskriminalamt in Wiesbaden mitteilten, wurde Mucuk von mindestens 16 Kugeln getroffen.

Nach Aussage von Staatsanwalt Volker Bützler wurde aus einer Entfernung zwischen zwei und fünf Metern auf den Rockerchef geschossen - das Opfer habe seinen Widersachern vermutlich gegenübergestanden. Dass die Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto oder aus einem der umliegenden Häuser kamen, schloss Bützler aus. Es habe auch keine Hinweise auf eine Schießerei gegeben. Bei Mucuk sei keine Waffe gefunden worden.

Todeszeitpunkt am frühen Morgen

Der Präsident des Gießener Hells-Angels-Charters war am Freitagmorgen tot auf dem Gelände des Clubheims im mittelhessischen Wettenberg gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zwischen 4 und 5 Uhr getötet wurde. Zeugen hatten zu dieser Zeit Schüsse und lautes Türknallen gehört. Ob die Tat mit Unstimmigkeiten im Rockermilieu zusammenhängt, ist weiterhin offen.

Mucuk war eine der Schlüsselfiguren in einem Bruderkrieg zwischen den alteingesessenen Hells Angels aus Frankfurt und ihren Kollegen aus Gießen. Lesen sie hier die Hintergründe zu den Auseinandersetzungen der hessischen Rocker.

"Bislang wurde noch kein Tatverdächtiger ermittelt, und es gab auch noch keine Festnahmen, die im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen stehen", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler kündigten weitere Untersuchungen der Leiche an.

jal/AFP/dpa



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