Prozessauftakt in Verden Baby stirbt nach Misshandlungen - Mutter steht vor Gericht

Weil sie überfordert war, soll eine junge Mutter ihr Baby mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen haben. Dann hörte es auf zu atmen. Nun muss sich die 33-Jährige vor Gericht verantworten.

Angeklagte neben einem Dolmetscher: Ihre Tochter starb auf dem Weg ins Krankenhaus
DPA

Angeklagte neben einem Dolmetscher: Ihre Tochter starb auf dem Weg ins Krankenhaus


Verden - Für den gewaltsamen Tod ihrer kleinen Tochter muss sich eine 33-jährige Frau im niedersächsischen Verden vor Gericht verantworten. Sie soll im Oktober vergangenen Jahres ihr schreiendes Baby mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen haben. Als es später aufhörte zu atmen, schüttelte die Mutter es laut Anklage kräftig. Auf dem Weg ins Krankenhaus starb das Mädchen.

Erst wenige Monate zuvor war die Frau als Flüchtling aus Tschetschenien nach Deutschland gekommen - schwanger, mit ihrem Mann und zwei weiteren Kindern. Am Tattag hatte sie sich nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mit dem Vater der Kinder gestritten. Dabei habe das Baby geschrien, worauf die Frau es tödlich verletzt habe. Laut Staatsanwaltschaft war es nicht der erste Übergriff: In den Wochen zuvor soll die Frau dem Mädchen bereits mehrere Rippen gebrochen haben.

Derzeit sitzt die Angeklagte in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt wurde sie in Handschellen in den Verhandlungssaal gebracht; mit einem Kopftuch verdeckte sie ihr Gesicht. Zu einer Anklageverlesung kam es am ersten Verhandlungstag nicht, da die Verteidigung die Übersetzung des Dokuments monierte. Das Gericht setzte den Prozess daraufhin bis Anfang September aus. Bis dahin soll eine andere Dolmetscherin die Übersetzung der Anklage ins Tschetschenische prüfen.

vks/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.