Babyleiche in Hessen Mutter wegen Tod von Neugeborenem in Untersuchungshaft

Fast sechs Jahre nach dem Fund einer Babyleiche in Hessen sitzt die Mutter in Untersuchungshaft. Die Frau soll ihr Neugeborenes getötet haben. Ein Zufall führte zur Festnahme der 22-Jährigen.


Am 27. Mai 2010 fanden Passanten am Ufer der Nidda in Bad Vilbel die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Nun sind Ermittler überzeugt, den Fall aufgeklärt zu haben. Die Mutter des Mädchens sitzt in Untersuchungshaft.

Die heute 22-Jährige sei vor etwa zwei Wochen in Frankfurt als hilflose Person aufgegriffen worden. Dabei habe sie dann selbst über die Tat gesprochen, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Der Frau wird vorgeworfen, im Alter von 16 Jahren das Kind zur Welt gebracht, es getötet, in eine blaue Mülltüte gesteckt und abgelegt zu haben. Ihr wird Totschlag zur Last gelegt.

Der Sack mit der Babyleiche lag zwischen Brennnesseln. Das später auf den Namen Magdalene getaufte Mädchen war den damaligen Ermittlungen zufolge kaum auf der Welt gewesen, bevor es vermutlich erstickt und in dem Unkraut-Dickicht abgelegt wurde.

Anhand der Plazenta konnte jedoch die DNA der Kindsmutter bestimmt werden. Danach wurde bei einem Reihentest mit Hilfe einer Speichelprobe die DNA Tausender Frauen untersucht. Angeschrieben worden waren fast 3000 im Alter von 15 bis 35 Jahren in Bad Vilbel. Der größte Teil kam der Aufforderung nach. Nicht alle aus dem Ort in der Wetterau wollten jedoch eine Probe abgeben.

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass die gesuchte Frau ortskundig war. Eine Ortsfremde hätte die versteckte Stelle am Ufer des Flusses nicht gefunden, hieß es. Trotz der aufwendigen Ermittlungen wurden jedoch keine konkreten Hinweise auf die Täterin gefunden.

ulz/dpa

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