Zugunglück in Bad Aibling Fahrdienstleiter vorzeitig aus Haft entlassen

Der Fahrdienstleiter, der das tödliche Zugunglück von Bad Aibling verschuldet hat, ist aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem er zwei Drittel der Strafe verbüßt hat. Er war 2016 zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden.

Urteilsverkündung vor dem Landgericht Traunstein
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Urteilsverkündung vor dem Landgericht Traunstein


Der für das Zugunglück von Bad Aibling verantwortliche Fahrdienstleiter ist frei. Bereits im Juli sei dem Mann ein Drittel seiner Haftstrafe erlassen worden, sagte Staatsanwalt Oliver Mößner auf Anfrage. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Der Fahrdienstleiter war wegen fahrlässiger Tötung im Dezember 2016 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge am 9. Februar 2016 waren zwölf Menschen ums Leben gekommen, 89 Insassen wurden verletzt.

"Trotz der schrecklichen Folgen war es letztlich ein Fahrlässigkeitsdelikt", begründete Mößner die Entscheidung des Landgerichts Traunstein, die die Staatsanwaltschaft akzeptiert habe. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk (BR) darüber berichtet.

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Zugunglück: Der Unfall bei Bad Aibling

Der 40-jährige Fahrdienstleiter hatte vor dem Unglück im Stellwerk mehrere Signale falsch gesetzt, wie die fünftägige Beweisaufnahme im Prozess ergab. Beim Absetzen eines Notrufes drückte er zudem eine falsche Taste.

Der Alarm erreichte die Lokführer nicht. Dadurch kam es zum Frontalzusammenstoß auf eingleisiger Strecke. Der Mann hatte gestanden, bis kurz vor dem Zusammenstoß das Fantasy-Rollenspiel "Dungeon Hunter 5" auf seinem Handy gespielt zu haben - obwohl die Deutsche Bahn Fahrdienstleitern die private Nutzung von Smartphones im Dienst verbietet.

jpz/dpa



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