Tödliche Attacke auf Baby Hund muss zum Wesenstest

Binnen einer Woche haben zwei Hunde in Deutschland drei Menschen totgebissen. Im Odenwald wird das Tier, das einen sieben Monate alten Säugling tötete, nun untersucht.

Polizisten sichern nach den Hundebissen Spuren
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Polizisten sichern nach den Hundebissen Spuren


Nach dem Tod des sieben Monate alten Jannis durch Hundebisse im Odenwald ist das Tier der betroffenen Familie nun in einem Tierheim untergebracht worden. Der Hund sei dort als "hoch aggressiv" beschrieben worden, sagte Polizeisprecherin Andrea Löb.

Unklar ist, ob der Hund zu einer gefährlichen Rasse gehört. Das Tier soll nach Einschätzung der Polizei ein Mischling sein, bei dem es sich "nach dem äußeren Ansehen um einen Staffordshire-Mix handeln könnte". Staffordshire-Terrier stehen auf der Liste der gefährlichen Hunde.

Geschulte Fachleute sollen den Hund nun einem Wesenstest unterziehen. Der Fall müsse genau geklärt werden, es reiche nicht die Rassezugehörigkeit, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Robert Hartmann. Fraglich sei auch, ob der Hund schon einmal gebissen habe oder aufgefallen sei.

Mit einem Ergebnis des Wesenstests sei erst in einigen Wochen zu rechnen. Das Tier müsse sich zunächst in seiner neuen Umgebung einleben. Es ist offen, ob es bei dem tödlichen Vorfall einen Maulkorb trug.

Ermittlungen gegen Eltern werden geprüft

Der Hund hatte das Baby am Montagnachmittag in der Wohnung der Familie im hessischen Bad König in den Kopf gebissen. Der 23-jährige Vater alarmierte die Rettungskräfte, doch der kleine Junge starb im Krankenhaus. Der Vater und die 27-jährige Mutter des Kindes stehen laut Behörden unter Schock.

Erst vergangene Woche hatte in Niedersachsen ein Staffordshire-Terrier-Mischling eine 53-jährige Mutter und ihren 27-jährigen Sohn in einer Wohnung totgebissen. Die Verwaltung der Stadt Hannover musste einräumen, bereits vor Jahren von der Aggressivität des Tieres erfahren zu haben - sie griff trotzdem nicht ein.

Damit starben innerhalb weniger Tage drei Menschen in Deutschland durch Hundebisse. Im Schnitt gibt es so viele Tote durch Hundebisse oder Hundestöße pro Jahr: Das Statistische Bundesamt zählte von 1998 bis 2015 insgesamt 64 Todesopfer.

Das tote Baby in Hessen soll am Mittwoch obduziert werden. Mit Ergebnissen der genauen Todesursache sei frühestens am späten Nachmittag zu rechnen, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Hartmann. Die Ermittler prüfen demnach, ob sie gegen die Eltern des Kindes ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung einleiten.

Auch zu dem Hund gibt es laut dem Bürgermeister der Kurstadt im Odenwald, Uwe Veith, "noch widersprüchliche Informationen". Es müssten noch Informationen eingeholt werden - der Hund sei nicht als Kampfhund registriert gewesen, sagte das parteilose Stadtoberhaupt.

Die Familie sei in dem rund 10.000-Einwohner großen Heilbad unbekannt. "Sie wohnen noch nicht lange hier", sagte Veith. Die Polizei sicherte Spuren in der Wohnung. In welchem Zimmer und in welcher Situation der Biss erfolgte, ist offen.

apr/dpa



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