Baden-Württemberg Mutter erstickt Baby mit Küchenpapier - lebenslange Haft

Für den Mord an ihrem neugeborenen Kind ist eine 23-Jährige in Baden-Württemberg zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Tötung sei von langer Hand geplant gewesen, so der Richter.

Die 23-jährige Angeklagte vor Gericht in Ravensburg (Baden-Württemberg)
DPA

Die 23-jährige Angeklagte vor Gericht in Ravensburg (Baden-Württemberg)


Im Mai 2017 brachte die Angeklagte in der Nähe eines Bauernhofs bei Mengen in Baden-Württemberg heimlich ein Mädchen zur Welt. Sie steckte dem Kind einen acht Zentimeter langen Pfropfen aus Küchenpapier in den Rachen und ließ es zurück. Kurz darauf starb der Säugling.

Das Landgericht Ravensburg hat die Mutter nun wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Neugeborene sei nach minutenlangem Kampf auf elende und grausame Weise gestorben, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Maier. Die Angeklagte sei angesichts des direkten Tötungsvorsatzes und der "planerischen Energie" voll schuldfähig. "Das Kind war Störfaktor und musste weg."

Die Angeklagte hatte zu Prozessbeginn angegeben, ihr Kind auf der Heimfahrt von einem Urlaub in Österreich am Straßenrand geboren und dort zurückgelassen zu haben, während ihr Partner im Auto wartete. Sie habe die Schwangerschaft vor ihrem Freund verheimlicht, weil sie befürchtete, von ihm verlassen zu werden, sollte er davon erfahren. Das Gericht glaubte dieser Darstellung nicht und ging davon aus, dass die Frau durch das Kind ihre "Lebensplanung" gefährdet sah.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld von einer von einem erschreckenden Ausmaß an "Entsorgungsmentalität" gesprochen. Die Verteidigung hatte für eine Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen Totschlags plädiert.

Die Anklage kündigte an, auch gegen den Freund der 23-Jährigen vorgehen zu wollen, der geholfen haben soll, die Tat zu vertuschen.

ala/dpa



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