Baden-Württemberg Schweine vernachlässigt - Anklage gegen Landwirtsfamilie

In einem Mastbetrieb wurden 160 Schweine so sehr vernachlässigt, dass sie getötet werden mussten. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Besitzer erhoben. Auch ein Tierarzt ist in den Fall verwickelt.

Ein konventioneller Schweinemastbetrieb (Symbolbild)
imago/ Marius Schwarz

Ein konventioneller Schweinemastbetrieb (Symbolbild)


Die Staatsanwaltschaft Ulm hat Anklage gegen eine Landwirtsfamilie erhoben, die ihre Tiere massiv vernachlässigt haben soll. In dem privaten Mastbetrieb in Baden-Württemberg hatte das Veterinäramt im Oktober 2016 mehr als 160 vernachlässigte und verletzte Schweine töten lassen.

Dem 54-jährigen Landwirt, seiner Ehefrau und seinen beiden Söhne wirft die Staatsanwaltschaft wegen katastrophaler hygienischer Verhältnisse in den Ställen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor.

Zugleich habe das Amtsgericht Ulm einen Strafbefehl gegen einen Veterinär wegen versuchter Strafvereitelung erlassen, so die Staatsanwaltschaft. Er habe als Amtstierarzt die Missstände gedeckt. Nach Klagen einer Tierschutzorganisation habe der 43-Jährige der Polizei gesagt, die Vorwürfe seien "zu 98 Prozent nicht zutreffend".

Die Ställe des Schweinemastbetriebes seien in den Jahren 2013 bis 2016 überbelegt gewesen, was zu einer hohen Sterberate bei den Tieren geführt habe, sagte die Anklagebehörde. Viele Tiere hätten sich auf dem engen Raum schwerste Verletzungen zugezogen.

Über die Zulassung der Anklage und das weitere Verfahren hat das Amtsgericht noch nicht entschieden. Gegen den Strafbefehl kann der Tierarzt noch Widerspruch einlegen. Ein konkretes Strafmaß wurde noch nicht genannt.

bbr/dpa



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