Denpasar - Mehrere Stunden lang hielten Gefängnisinsassen der Strafvollzugsanstalt Kerobokan auf der indonesischen Insel Bali die Polizei in Atem: Die Gefangenen steckten in der Nacht zum Mittwoch ein Büro in Brand, warfen Steine auf Vollzugsbeamte und verbarrikadierten sich.
Wie die örtliche Polizei mitteilte, mussten die Beamten über Zäune klettern, um den Wachleuten zur Hilfe zu kommen und die Tumulte zu beenden. 800 Schwerbewaffnete umzingelten das Gebäude und brachten Wasserwerfer in Position. Offiziellen Angaben zufolge gelang es den Sicherheitskräften nach einer Viertelstunde, den Kampf zu beenden. Man habe 30 Waffen und Munition sichergestellt, die aber nicht von den Aufständischen gestammt hätten, hieß es.
Drei Insassen wurden bei der Auseinandersetzung mit Gummigeschossen verletzt. Ein Wachmann wurde von einem Stein getroffen.
"Wir haben die Situation unter Kontrolle", sagte Polizeichef Totoy Hermawan Indra am Mittwochmorgen in der Inselhauptstadt Denpasar. "Keiner der ausländischen Insassen wurde verletzt." In dem oft überfüllten Gefängnis sitzen mindestens zwölf Australier Gefängnisstrafen ab, meist wegen Drogendelikten.
Auslöser der Unruhen war den Angaben zufolge ein Kampf zwischen rivalisierenden Banden. Ein Anführer war am Sonntag von einem anderen mit einem Messer schwer verletzt worden. Das Gefängnis ist mit einer Kapazität von 300 Insassen mit derzeit 1000 Personen massiv überbelegt.
ala/AP/dpa
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