Baltimore Mann saß fast 20 Jahre im Gefängnis - 15 Millionen Dollar Entschädigung

Er saß fast 20 Jahre unschuldig im Gefängnis: Dafür soll ein Mann aus Baltimore 15 Millionen Dollar Entschädigung bekommen. Die Behörden wollen das jedoch nicht akzeptieren.

picture alliance/ Baltimore Sun/ TNS

Ein Mann, der zu Unrecht fast 20 Jahre in einem Gefängnis in Baltimore saß, soll mit 15 Millionen Dollar für die Haft entschädigt werden. Sabein Burgess war wegen Mordes verurteilt worden. Nachdem sein Verfahren neu aufgerollt wurde, ließ man die Vorwürfe gegen ihn jedoch fallen. Vor zwei Jahren kam er frei - und erzielte jetzt auch einen Erfolg vor Gericht.

Die Richter sprachen dem 47-Jährigen in einem Prozess gegen die Polizei von Baltimore und zwei Ermittler eine finanzielle Entschädigung zu. Burgess sagte laut "Washington Post", dass es ihm nicht um das Geld gegangen sei: "Es ging darum, meinen Namen wiederherzustellen und zu beweisen, dass ich als Sündenbock benutzt wurde, um den Fall zu einem Abschluss zu bringen."

Burgess hatte 1994 seine damalige Partnerin Michelle Dyson erschossen im Keller des gemeinsamen Hauses gefunden. Zwei Ermittler, die sich mittlerweile im Ruhestand befinden, sollen damals Indizien gefälscht haben, um Burgess als Täter zu überführen. Andere Spuren sollen sie nicht weiterverfolgt haben.

Seit 2011 hatte das Mid-Atlantic Innocence Project, eine Anwaltsgruppe, die sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt, an Burgess Fall gearbeitet und schließlich dafür gesorgt, dass die Vorwürfe gegen ihn fallengelassen wurden. Die Behörden wollen nun allerdings die Entschädigungssumme nicht akzeptieren.

Die Zeitung "Baltimore Sun" berichtetet, der Anwalt der Stadt Baltimore wolle in Berufung gegen das Urteil gehen, wonach Burgess die Zahlung bekommen soll.

bbr



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