Bayern Syrer wegen Mordes in Asylunterkunft vor Gericht

Sie sollen einen Landsmann in einer Unterkunft für Asylbewerber brutal getötet haben: Zwei Syrer müssen sich vor dem Landgericht Bamberg wegen Mordes aus Habgier verantworten.

Angeklagter im Landgericht Bamberg
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Angeklagter im Landgericht Bamberg


Im Januar 2017 wurde ein 26 Jahre alter Syrer in der Asylbewerberunterkunft in Zapfendorf bei Bamberg brutal getötet. Zwei Landsleute des Mannes müssen sich nun wegen Mordes aus Habgier vor dem Landgericht Bamberg verantworten.

Die 20 und 23 Jahren alten Männer sollen ihr Opfer gefesselt und geknebelt haben. Dann versuchten sie den Ermittlern zufolge, dem 26-Jährigen mit Küchenmessern Hände und Füße abzutrennen, ehe sie ihn umbrachten.

Zur Tatzeit vor etwa einem Jahr standen die beiden Angeklagten laut Oberstaatsanwaltschaft unter Drogen, sie hatten Wodka getrunken und Joints geraucht. Dennoch hält die Anklage die Männer nicht für vermindert steuerungsfähig.

Sie wirft ihnen unter anderem gemeinschaftlichen Mord und gemeinschaftlich begangenen Raub mit Todesfolge vor. Nach der Tat sollen die Angeklagten ein Handy, Geld und Zugtickets aus dem Zimmer des Opfers mitgenommen haben.

Vor Gericht schilderte der jüngere Verdächtige, dass er in Syrien im Straßenkampf unter Drogeneinfluss Menschen getötet habe - dies habe ihm Spaß gemacht. Der ältere Angeklagte soll eine Abneigung gegen den 26-Jährigen gehabt haben.

Als die beiden eigentlich einen anderen Mann in der Asylunterkunft töten wollten, hätten sie das spätere Opfer vor dem Fernsehgerät gesehen und entschieden, diesen Mann umzubringen. Nach Erkenntnissen der Polizei soll der 26-Jährige mitbekommen haben, dass die beiden einen anderen Mann töten und ausrauben wollten.

Das Gericht hat noch neun weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am 1. März erwartet.

wit/dpa



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