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Bandenkriminalität in London: Britische Regierung plant drakonische Strafen

Lange Haft für Waffenhändler, mehr Ausgangssperren, verstärkter Einsatz auf den Straßen: Die britische Innenministerin Theresa May hat einen Katalog von Maßnahmen vorgelegt, mit dem sie die Bandenkriminalität bekämpfen will. Unter dem Eindruck der Krawalle vom August räumte sie Fehler ein.

London - Die britische Regierung hat einen umfassenden Plan zur Bekämpfung von Bandenkriminalität vorgestellt. Unter anderem sollen junge Leute, die Schusswaffen an andere verkaufen, künftig lebenslang inhaftiert werden können, sagte Innenministerin Theresa May am Dienstag im britischen Unterhaus.

Sie kam damit einer Forderung der Polizei nach. Diese hatte festgestellt, dass einzelne Waffen häufig für mehrere Straftaten von unterschiedlichen Tätern benutzt wurde. Wer illegal Schusswaffen nach Großbritannien einführt, soll mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.

"Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir akzeptieren, dass in den vergangenen Jahren nicht genug getan wurde, um ein Problem anzugehen, von dem wir alle wussten, dass es existiert", sagte May. "Zu lange haben ganze Gemeinden in Angst vor Gangs gelebt."

Die mehr als 250 Londoner Straßengangs werden als Kern der gewalttätigen Ausschreitungen im August betrachtet. Damals waren bei schweren Krawallen, Brandschatzungen und Plünderungen in mehreren Städten des Landes fünf Menschen ums Leben gekommen. Der Sachschaden wird auf mehrere hundert Millionen Pfund geschätzt. "Die Gangs waren nicht die einzige Quelle für die Ausschreitungen, aber sie waren ein Faktor", so May.

Zusätzlich zu den drakonischen Strafen für Waffendelikte will May auch die polizeilichen Präventivmaßnahmen stärken. So sollen verstärkt Ausgangssperren für 14- bis 17-Jährige verhängt werden können. Die Polizei soll Verdächtige zudem daran hindern, in das Revier rivalisierender Banden einzudringen oder mit Kampfhunden auf die Straße zu gehen.

Die Innenministerin sagte, das Banden-Problem sei keineswegs ausschließlich ein Thema für die Polizei. Auch Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Job-Zentren und Wohnungsagenturen müssten ihren Teil zur Lösung der Probleme beitragen. So sollen Hausbesuche von Gesundheitseinrichtungen verstärkt und die Hilfe für junge Mütter deutlich aufgestockt werden.

bim/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Ausgangssperren.
Gestatten?_Schmidt 01.11.2011
"So sollen verstärkt Ausgangssperren für 14- bis 17-Jährige verhängt werden können." Bravo, so wäre es natürlich keinesfalls zu den Krawallen in London gekommen. Sen-sa-tio-nell, das Konzept!
2. Superlange Haftstrafen und Asgangssperren
Horas14 01.11.2011
das kommt einer Bankrotterklärung bedrohlich nahe. Ich hätte bei den Briten sonst auf mehr Überwachungskameras und Internetzensur getippt.
3. Bis es wieder brennt
iron mace 01.11.2011
Gute Idee, das funktioniert ja schon seid Jahren auf der Insel. Jedes Jahr werden die Gesetzte verschärft, und jedes Jahr steigt die Zahl der Gewaltdelikte. Also weitermachen wie bisher, weil das eingestehen von Fehlern bei Politikern Weltweit nicht vorgesehen ist. Dann brennt London 2012 halt wieder ...
4. we dont need no education
chilltime. 01.11.2011
... scheint hier wohl das motto der britischen regierung zu sein. denn die politiker lernen echt nichts dazu. die regierung bekämpft nicht die probleme, welche den hass auf den straßen verursachen. das einzige was sie machen, ist dem volk die grundrechte einzuschränken und die leute damit nur noch mehr zu provozieren. bravissimo!
5. Banden oder Bankenkriminalität
bauagent 01.11.2011
Zitat von sysopLange Haft für Waffenhändler, mehr Ausgangssperren, verstärkter Einsatz auf den Straßen: Die britische Innenministerin Theresa May hat einen Katalog von Maßnahmen vorgelegt, mit dem sie die Bandenkriminalität bekämpfen will. Unter dem Eindruck der Krawalle vom August räumte sie Fehler ein. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,795315,00.html
Bankenkriminalität wäre mir lieber gewesen, weil sich die Bandenkriminalität damit automatisch drastisch reduzieren würde.
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