Barsinghausen bei Hannover Brandstifter wollten Flüchtlingsheim in die Luft jagen

Im Rohbau eines Flüchtlingsheims bei Hannover haben Unbekannte Feuer gelegt. Sie hinterließen geöffnete Gasflaschen - und setzten damit das Leben der Feuerwehrleute aufs Spiel.

Flüchtlingswohnheim in Barsinghausen: Bei dem Brandanschlag entstand ein Sachschaden von 100.000 Euro
DPA

Flüchtlingswohnheim in Barsinghausen: Bei dem Brandanschlag entstand ein Sachschaden von 100.000 Euro


Bei einem Brandanschlag auf ein im Bau befindliches Flüchtlingsheim bei Hannover wollten die Täter eine schwere Explosion auslösen und brachten damit Feuerwehrleute in akute Lebensgefahr.

Bei den Löscharbeiten in dem Rohbau in Barsinghausen stießen die Feuerwehrleute am Morgen auf mehrere geöffnete Gasflaschen. Das hätte zu einer Explosion führen können, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Gasflaschen wurden ins Freie gebracht und dort gekühlt. Nach Angaben der Polizei entstand an dem Gebäude ein Schaden von 100.000 Euro, Menschen wurden nicht verletzt.

Die Kriminalpolizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung in beiden Geschossen des Gebäudes aus, von den Tätern gab es zunächst keine Spur. Das Feuer wurde von einer vorbeifahrenden Frau entdeckt, die die Rettungskräfte alarmierte.

Sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss stieß die Feuerwehr auf brennendes Dämmmaterial. Im Erdgeschoss wurden sämtliche Fenster eingeschlagen, außerdem wurde ein Baucontainer aufgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit 50 Rettungskräften und zehn Fahrzeugen an. Schwierigkeiten bereitete das gefrierende Löschwasser, das die Einsatzstelle in eine Eisfläche verwandelte.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verurteilte den Anschlag. "Ich schäme mich dafür, dass so etwas auch bei uns in Niedersachsen immer wieder passiert." Barsinghausen grenzt an das Schaumburger Land, einem Schwerpunkt von Neonazis in Niedersachsen.

Unterkunft in Sachsen-Anhalt unter Wasser gesetzt

Auch in Sachsen-Anhalt kam es in der Nacht zu einem Angriff auf ein Flüchtlingsheim. Unbekannte drangen in ein leerstehendes Wohnhaus in Bismark im Landkreis Stendal ein und drehten in fünf von zehn Wohneinheiten sämtliche Wasserhähne auf, teilte die Polizei mit.

Das Wasser sammelte sich im Keller, die Feuerwehr pumpte es ab. Der Sachschaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt.

Mitte Dezember war ein geplantes Flüchtlingsheim in Gräfenhainichen unter Wasser gesetzt worden. Später wurden mehrfach Steine auf das ehemalige Bürogebäude geworfen. Dabei wurden unter anderem Fensterscheiben zerstört.

brt/dpa



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