Psychiatrie-Insasse Bayerns Justizministerin will offenbar Mollaths Freilassung erwirken

Ist das die Wende im Fall Mollath? Bayerns Justizministerin Merk will sich der "Augsburger Allgemeinen" zufolge für die Freilassung des Psychiatrie-Insassen einsetzen. Seine Zwangsunterbringung sei "mit zunehmender Dauer unverhältnismäßig".

CSU-Politikerin Merk (Archivbild): Justiz verliert Vertrauen
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CSU-Politikerin Merk (Archivbild): Justiz verliert Vertrauen


München - Bayerns Justizministerin Beate Merk ist hohem Druck ausgesetzt. Jetzt scheint die CSU-Politikerin dem nachzugeben: Wie der Bayerische Rundfunk (BR) mit Bezug auf einen Bericht der "Augsburger Allgemeinen Zeitung" meldet, wolle sich Merk für die baldige Freilassung des zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Gustl Mollath einsetzen.

Die Justiz habe unheimlich an Vertrauen verloren, sagte Merk laut BR der Zeitung in einem Interview. In einer Stellungnahme, um die das Bundesverfassungsgericht die Politikerin unlängst gebeten hatte, wolle sie nun deutlichmachen, dass nach ihrer "Auffassung die Unterbringung des Mannes mit zunehmender Dauer unverhältnismäßig ist".

Mollath wurde 2006 in die Psychiatrie eingewiesen, weil er - so das damalige Urteil - seine Frau schwer misshandelt und die Reifen Dutzender Autos zerstochen habe. Mollath selbst und seine Unterstützer glauben, er sei Opfer eines Komplotts und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte seiner Frau in Millionenhöhe aufgedeckt habe. Die Staatsanwaltschaft hatte im März die Wiederaufnahme seines Verfahrens beantragt.

Merk hatte sich Mitte Juni vor dem Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags gegen Kritik gewehrt. Von Untätigkeit oder Versäumnissen ihrerseits oder ihres Ministeriums könne keine Rede sein, sagte die Ministerin - und zeigte erstmals emotionale Anteilnahme an dem Fall.

bos



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insgesamt 259 Beiträge
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kickerlein 01.07.2013
1. Verantwortung
Diejenigen, die für diese Fehlurteile verantwortlich sind, sollten genauso lange wie Herr M. in eine Anstalt. Happy days
micha.w 01.07.2013
2. Sollte es doch noch Vernunft geben?
Bis jetzt nur politisches Bla Bla , man soll die Hoffnung aber nie verlieren.
si tacuisses 01.07.2013
3. Da geht jetzt wohl einigen
Zitat von sysopDPAIst das die Wende im Fall Mollath? Bayerns Justizministerin Merk will sich der "Augsburger Allgemeinen" zufolge für die Freilassung des Psychiatrie-Insassen einsetzen. Seine Zwangsunterbringung sei "mit zunehmender Dauer unverhältnismäßig". http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bayerns-justizministerin-merk-will-mollaths-freilassung-erwirken-a-908891.html
Gschaftlhubern so richtig die Muffe vor der Wahl. Merkt man jetzt, daß der Wähler den fälschlicherweise "christlichen" Parteien die Quittung erteilen könnte ? 7 JAhre war alles recht, korrekt und garnicht unverhältnismäßig. 2 Monate vor der Wahl kommt jetzt das große Fracksausen. Hoffentlich haut denen die Wählerschaft links und rechts a saftige Watschn eini. Gar narrisch frein dats mi
heinz4444 01.07.2013
4. Nachdem diese
fürchterliche Geschichte nun Wellen bis zum BVerG schlägt,brennt der Dame wohl langsam der Kittel. Aber wahrscheinlich nicht nur ihr, sondern auch der gesamten Bayrischen Staatsregierung,die ja wie bekannt, immmer noch auf die göttliche Eingebung wartet.
thorkhan 01.07.2013
5. Auch eine Art...
... die politische Karriere zu retten: einfach mal was richtig machen. ;)
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