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NSU-Prozess: Zschäpe-Aussage laut Verteidiger frühestens am 8. Dezember

Beate Zschäpe: Nach zweieinhalb Jahren Schweigen will sie aussagen Zur Großansicht
AP

Beate Zschäpe: Nach zweieinhalb Jahren Schweigen will sie aussagen

Die Aussage von Beate Zschäpe im NSU-Prozess soll frühestens am 8. Dezember vorgetragen werden. Das teilte ihr Wahlverteidiger Hermann Borchert mit.

Mit Spannung war die Aussage von Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht München erwartet worden - nun ist klar: Es wird wohl noch bis Mitte Dezember dauern. Zschäpes Wahlverteidiger Hermann Borchert sagte, die Aussage werde nicht vor dem 8. Dezember stattfinden. Darüber habe er das Oberlandesgericht München informiert.

Borchert bestätigte damit Informationen des Bayerischen Rundfunks und des SWR. Zur Begründung gab Borchert an, dass er sich vorher in einem seit langer Zeit geplanten Urlaub befinde. Borchert ist seit August 2014 als Wahlverteidiger Zschäpes tätig, am Dienstag überreichte er die entsprechende Vollmacht dem Gericht.

Er schloss nun aus, dass es bei Zschäpe ein Umdenken gebe und sie nun womöglich ganz auf ihre Aussage verzichten könne. "Es ist kein Umdenken. Das ist jetzt etwas unglücklich so gekommen", sagte Borchert. Ohne den Befangenheitsantrag der Verteidigung des Mitangeklagten Ralf Wohlleben gegen das Gericht wäre es schon zur Aussage seiner Mandantin gekommen. "Daran liegt es."

Auch Wohlleben will offenbar aussagen

Am Montag war bekannt geworden, dass Zschäpe zweieinhalb Jahre nach Beginn des Verfahrens ihr Schweigen brechen will. Ihr Verteidiger Mathias Grasel sollte eigentlich am Mittwoch eine umfassende Erklärung vortragen.

Der Ankündigung am Montag folgten jedoch zwei Anträge: Wohllebens Verteidiger lehnten den Senat wegen Besorgnis der Befangenheit ab; Zschäpes Altverteidiger Wolfgang Stahl, Wolfgang Heer und Anja Sturm beantragten, von ihrem Mandat entbunden zu werden. Daraufhin unterbrach Richter Manfred Götzl, die Verhandlung am Mittwoch fiel aus.

Am Donnerstag wurde zudem durch einen Bericht des SPIEGEL bekannt, dass neben Zschäpe offenbar ein weiterer Angeklagter sein Schweigen brechen will: Demnach bereitet auch Wohlleben eine Aussage vor. Seine Verteidigerin Nicole Schneiders wollte das nicht kommentieren.

Zschäpe wird beschuldigt, unter anderem an zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und 15 Raubüberfällen als Mittäterin beteiligt gewesen zu sein. Wohlleben gehörte laut Anklage zu den Unterstützern des NSU. Er muss sich wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen verantworten. Mithilfe eines Kuriers soll er die Ceska-Pistole besorgt haben, mit der neun Menschen erschossen wurden.

bim/AFP

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