NSU-Prozess Zschäpe verweigert Antworten auf Fragen von NSU-Opfern

Beate Zschäpe hat es im NSU-Prozess abgelehnt, sich zu Fragen von Opfern zu äußern. Sie werde aber dem Gericht Rede und Antwort stehen.

Beate Zschäpe
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Beate Zschäpe


Rechtsanwalt Mathias Grasel hat im NSU-Prozess eine Erklärung seiner Mandantin Beate Zschäpe verlesen. Demnach lehnt sie es ab, vor Gericht Fragen von Anwälten der Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" zu beantworten. Die Anwälte der Hinterbliebenen hatten Zschäpe Anfang Juli Hunderte Fragen gestellt.

Auch auf Fragen des vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachters Henning Saß wollte Zschäpe nicht eingehen. Sie überließ es allerdings dem Gericht, sich Fragen der Opfer zu eigen zu machen. In diesem Fall werde sie sie doch beantworten.

Die Hauptangeklagte hatte ihr Schweigen im Dezember erstmals gebrochen und eine Aussage verlesen lassen. Seither antwortet sie auf Nachfragen des Gerichts, der Bundesanwaltschaft und eines Mitangeklagten - aber immer nur schriftlich und mit mehrwöchiger Verzögerung.

Zschäpe steht seit dreieinhalb Jahren vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden vor, die ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt überwiegend aus Fremdenhass verübt haben sollen. Neun der Opfer waren türkisch- oder griechischstämmige Zuwanderer, eine Polizistin Deutsche. Zschäpe hatte mit Mundlos und Böhnhardt 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt. Erst nach dem Tod ihrer beiden Gefährten im November 2011 stellte sie sich der Polizei.

Zschäpes Vertrauensanwalt Mathias Grasel hatte am Dienstag angekündigt, eine Stellungnahme zu den Fragen von Opfern und deren Anwälten zu verlesen. Zuvor hatte der Senat jene Fragen ausgesiebt, die er für unzulässig hielt. Bereits Anfang August hatten die von Zschäpe missachteten Altverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm einen Teil der Nebenklage-Fragen als unzulässig beanstandet, weil sie keinen Zusammenhang mit der Tat- und Schuldfrage aufwiesen.

ala/mxw/dpa

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