München - Spätestens Mitte April soll die Verhandlung gegen Beate Zschäpe beginnen, bislang schweigt die mutmaßliche NSU-Terroristin zu allen Vorwürfen. Nun soll der Gerichtspsychiater Henning Saß ein erstes psychiatrisches Gutachten erstellen - doch dabei wird er sich wohl allein auf Akten stützen müssen.
Zschäpe lehnte ein Gespräch mit dem vom Oberlandesgericht München bestimmten Gutachter ab. Die Angeklagte müsse nicht selbst zu einer möglichen Belastung beitragen, sagte ihr Anwalt Wolfgang Stahl und bestätigte damit einen Bericht des NDR-Magazins "Panorama".
Der renommierte Gutachter Saß vom Uniklinikum Aachen sollte dem Bericht zufolge herausfinden, ob die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung von Zschäpe bestehen. Nun soll Saß auf Grundlage der Ermittlungsakten ein erstes Gutachten erstellen.
Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe die Mittäterschaft bei zehn Morden und 15 Raubüberfällen vor, außerdem die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung mit versuchtem Mord in drei Fällen. Im Januar will das Gericht über eine Zulassung der Anklage gegen sie und vier weitere Beschuldigte entscheiden.
Beate Zschäpe hatte sich im vergangenen Herbst der Polizei gestellt, nachdem ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem ausgebrannten Wohnmobil im thüringischen Eisenach tot aufgefunden wurden. Das rechtsextreme Trio soll jahrelang unerkannt geraubt und getötet haben.
usp/dpa/dapd
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