Belgien Brandstifter legen Hochgeschwindigkeitsstrecke lahm

Unbekannte haben auf einer Bahnstrecke in Belgien Signalkabel durchschnitten und einen Brand ausgelöst. Zahlreiche Züge zwischen Brüssel, Paris und London fielen aus. Hunderte Reisende strandeten an Bahnhöfen.


Zwischen Brüssel und Lille ging am Morgen gar nichts mehr: Die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen den beiden Städten wurde lahmgelegt.

Grund war offenbar ein Sabotageakt: Wie die belgische Betreibergesellschaft Infrabel mitteilte, sollen Unbekannte gezielt Kabel beschädigt und dadurch ein Feuer verursacht haben. Der Nachrichtenagentur Belga zufolge durchschnitten die Täter nahe der südbelgischen Stadt Ath an vier Stellen Signalkabel.

"Wir haben zuerst an Kabeldiebstahl gedacht, aber es handelt sich um eine absichtliche Störung der Funktionstüchtigkeit der Zeichengebung", sagte Unternehmenssprecher Frédéric Sacré. Polizei und Staatsanwaltschaft begaben sich zur Schadensstelle bei Ath, unweit der Grenze zu Frankreich.

Von der Streckenstilllegung waren TGV-, Thalys- und Eurostar-Züge auf den Verbindungen zwischen Brüssel, Paris und London betroffen. Infrabel sprach zunächst von 15 Zügen. Es kam zu Ausfällen und erheblichen Verspätungen. Unter den Reisenden, die nicht zum Ziel gelangten, war der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der zu einer Sitzung mit EU-Kollegen nach Brüssel reisen wollte.

Für die Zugreisenden sei keine Gefahr entstanden, erklärte Infrabel. Wenn im Zugverkehr Signale ausfielen, führen keine Züge. Vor dem Hintergrund der Pariser Anschläge vom 13. November sei es geboten, darauf hinzuweisen, dass die Störung an der Hochgeschwindigkeitsstrecke kein Versuch sei, "einen Zug zum Entgleisen zu bringen".

ala/AFP/dpa



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