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Belgien: Einzeltäter richtet Blutbad in Lüttich an - vier Tote

Die Innenstadt von Lüttich wurde Schauplatz einer schrecklichen Bluttat: Bei einem Anschlag sind vier Menschen getötet worden, darunter zwei Teenager. Dutzende weitere Passanten wurden verletzt. Bei dem Täter, der Blendgranaten warf und einen Revolver abfeuerte, soll es sich um einen vorbestraften 33-Jährigen handeln.

Lüttich - Ein Anschlag hat den Menschen in Lüttich einen Schock versetzt: Zur Mittagszeit explodierten Sprengsätze, fielen Schüsse in der Innenstadt. Ein Mann soll auf dem Platz Saint-Lambert mehrere Blendgranaten auf eine Bushaltestelle geworfen haben, an der viele Menschen warteten. Passanten flüchteten in die anliegenden Geschäfte und verbarrikadierten sich im nahegelegenen Archäologiemuseum. Die Polizei sperrte das Zentrum der Stadt ab. Der Anschlagsort befindet sich in der Nähe des Justizpalasts, unweit eines gut besuchten Weihnachtsmarktes.

Auf der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag in Lüttich wurden neue Details zu dem Verbrechen bekannt, über dessen Verlauf in den Stunden zuvor Verwirrung geherrscht hatte. Staatsanwältin Danielle Reynders sagte, es habe bei dem Attentat vier Todesopfer gegeben. Eines davon sei der Täter gewesen. Bei den anderen Opfern handelte es sich um zwei 15- und 17-jährige junge Männer und eine 75 Jahre alte Frau. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden 75 Menschen verletzt. Laut der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Le Soir" schwebt ein zweijähriges Kind in Lebensgefahr.

Der Täter habe Blendgranaten geworfen und mit einer Schusswaffe geschossen. Es sei aber noch unklar, ob er sich danach selbst tötete oder ob "seine Waffen explodierten", so Reynders weiter.

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Lüttich: Anschlag fordert Tote und Verletzte
Berichte der belgischen Nachrichtenagentur Belga über mindestens zwei Täter dementierte die Staatsanwaltschaft am Nachmittag. Es handele sich um einen Einzeltäter, es sei nichts über Komplizen bekannt. Der Sprecherin zufolge ist der mutmaßliche Täter 33 Jahre alt, polizeibekannt und wegen Drogen- und Waffendelikten vorbestraft. Er sei von einem Campingplatz ins Zentrum von Lüttich aufgebrochen. Der Mann habe am Dienstag einen Gerichtstermin gehabt, hieß es weiter.

In einem Rucksack habe er die Waffen transportiert, einen Revolver und Granaten, jedoch kein Gewehr. Berichte über einen Zusammenhang mit einem Gefängnisausbruch wies die Sprecherin zurück. Man untersuche jetzt den Tatort, in diesem Zusammenhang auch einen explodierten Lieferwagen. "Wir holen derzeit Zeugenaussagen ein", sagte die Sprecherin.

Polizei und Notärzte sind vor Ort, es wurde eine Sicherheitszone rund um den Platz eingerichtet. Im Innenhof des Justizpalasts wurde ein Lager zur Versorgung der Verletzten eingerichtet. Einen terroristischen Hintergrund haben die Behörden ausgeschlossen.

ala/han/dpa/dapd

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