Belgien Gericht schickt Fallschirmmörderin für 30 Jahre in Haft

Aus Eifersucht manipulierte eine Frau aus Belgien den Fallschirm ihrer Rivalin. Das Opfer stürzte 4000 Meter tief in den Tod. Ein Gericht in Tongeren verurteilte die Mörderin jetzt zu 30 Jahren Haft.

Verurteilte Els C. aus Belgien: Trost von ihrem Anwalt
AFP

Verurteilte Els C. aus Belgien: Trost von ihrem Anwalt


Brüssel - Mit einem manipulierten Fallschirm hat eine 26 Jahre alte Belgierin den Tod ihrer Rivalin verursacht - nun muss die Frau für 30 Jahre ins Gefängnis. Das Schwurgericht im belgischen Tongeren bei Lüttich sprach sie am Donnerstag des Mordes schuldig.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Frau 2006 aus Eifersucht die Schnüre am Fallschirm ihres Opfers durchtrennt hatte. Beide Frauen waren in denselben Mann verliebt und hatten mit ihm eine Affäre.

Das 37-jährige Opfer war gemeinsam mit einer Gruppe von jungen Leuten in der Provinz Limburg aus 4000 Meter Höhe abgesprungen, darunter war auch die Täterin. Alle galten als erfahrene Springer.

Bei der Mutter von zwei Kindern hatte sich keiner ihrer beiden Fallschirme geöffnet. Sie stürzte in einen Garten und war sofort tot. Eine Kamera an ihrem Helm hielt den Tod der Frau fest.

Nachdem die Ermittler die Sabotage an dem Fallschirm entdeckt hatten, war die nun Verurteilte schnell in Verdacht geraten, weil sie ihr Opfer mit anonymen Anrufen bedroht hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Frau den Fallschirm eine Woche vor dem Sprung manipuliert, als sie gemeinsam mit ihrer Nebenbuhlerin bei dem jungen Mann übernachtete - die Rivalin im Bett des geliebten Mannes, sie selbst auf einer Matratze. Der Staatsanwalt nannte die Täterin "narzisstisch und theatralisch mit psychopathischen Seiten".

Bis zuletzt hatte die Angeklagte ihre Unschuld beteuert. Ihre Verteidiger hatten einen Freispruch gefordert, da die Schuld ihrer Mandantin nicht bewiesen sei. Es wurden keine Beweisstücke gefunden, der Prozess basierte auf Indizien. Während des einmonatigen Verfahrens wurden rund 200 Zeugen angehört. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft beantragt.

kng/dpa

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