Belgien Zwei Tote und viele Verletzte bei Attentat in Lüttich

Bei einem Anschlag in der belgischen Stadt Lüttich sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, viele weitere wurden verletzt. Nach der Explosion mehrerer Granaten lieferte sich die Polizei einen Schusswechsel mit einem mutmaßlichen Komplizen des Attentäters.


Lüttich - Zur Mittagszeit explodierten Sprengsätze, fielen Schüsse in der Innenstadt von Lüttich. Ein Mann soll auf dem Platz Saint-Lambert mehrere Granaten auf eine Bushaltestelle geworfen haben, an der viele Menschen warteten. Passanten flüchteten in die anliegenden Geschäfte und verbarrikadierten sich im nahegelegenen Archäologiemuseum. Die Polizei sperrte das Zentrum der Stadt ab. Der Anschlagsort befindet sich in der Nähe des Justizpalastes, unweit eines gut besuchten Weihnachtsmarktes.

Zwei Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, Dutzende weitere verletzt. Laut der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Le Soir" schwebt ein zweijähriges Kind in Lebensgefahr. Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet, es habe mindestens zwei Täter gegeben. Sie seien mit einer Kalaschnikow und Sprengkörpern vom Typ "Thunderflash" ausgerüstet gewesen. Einer der Täter sei ums Leben gekommen, ein weiterer auf der Flucht. Belgische Zeitungen berichten, bei dem Getöteten handele es sich um den mehrfach vorbestraften Nordine A. Der 32-Jährige ist bereits wegen unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt worden.

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Lüttich: Anschlag fordert Tote und Verletzte
Auf der Jagd nach einem mutmaßlichen Komplizen sei es mehrere Hundert Meter von dem Platz Saint-Lambert entfernt zu einem Schusswechsel zwischen Polizei und Flüchtigen gekommen, berichtete "LeVif.be". Dies wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen.

Polizei und Notärzte sind vor Ort, es wurde eine Sicherheitszone rund um den Platz eingerichtet. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Anschlag in Verbindung stehen zu einem Gefängnisausbruch. Ob Häftlinge tatsächlich entkommen konnten, ist derzeit nicht bekannt.

Für den Nachmittag kündigte die Polizei eine Pressekonferenz an.

han/ala/dpa/Reuters

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