Belgischer Missbrauchsfall: Dutroux-Komplizin will vorzeitige Haftentlassung

Michelle Martin sitzt seit 15 Jahren hinter Gittern: Sie half ihrem Ex-Mann, dem Vergewaltiger Marc Dutroux, bei seinen Taten und ist für den Tod zweier Mädchen mitverantwortlich. Jetzt unternimmt die Belgierin einen neuen Anlauf für ihre Entlassung aus der Haft.

Brüssel - Sie wurde zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt - und will nach der Hälfte der Zeit zurück in die Freiheit: Michelle Martin, Ex-Frau des Vergewaltigers und Mörders Marc Dutroux, hat einen neuen Anlauf für ihre Entlassung aus der Haft unternommen. Das zuständige Gericht erörterte am Dienstag im südbelgischen Mons einen entsprechenden Antrag Martins, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Eine Entscheidung über die Zukunft der seit 1996 Inhaftierten wird für den 15. September erwartet.

Bereits im Mai hatte Martin eine vorzeitige Haftentlassung ersucht. Die belgische Justiz hatte dem generell stattgegeben. Bedingung war aber ein Resozialisierungsplan, der Martins Übersiedlung in ein französisches Kloster vorsah. Da Frankreich sich dagegen wehrte, scheiterte die Entlassung. Die Pläne hatten große öffentliche Aufregung verursacht. Vor diesem Hintergrund wollten Martins Anwälte den mit dem neuen Gesuch verbundene Resozialisierungsplan am Dienstag nicht öffentlich machen, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

In einem der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahrzehnte war Martin am selben Tag wie Dutroux im Sommer 1996 festgenommen worden. Es ging um die Entführung, Gefangenschaft und Vergewaltigung von sechs Mädchen und jungen Frauen und um den Tod von dreien von ihnen.

Die 51-jährige Martin war als Mittäterin ihres Mannes verurteilt worden. Sie hatte Opfer eingesperrt und war für zwei Todesfälle mitverantwortlich: Zwei junge Mädchen waren in ihrem Kellerverlies verhungert. Dutroux erhielt wegen dreifachen Mordes und der Entführung von sechs Mädchen eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit vorzeitiger Freilassung.

wit/AFP/dpa

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