Berlins neue Polizeipräsidentin Barbara Slowik wird Klaus Kandts Nachfolgerin

An der Spitze der Berliner Polizei steht in Zukunft Barbara Slowik. Sie wechselt aus dem Bundesinnenministerium in das Polizeipräsidium.

Barbara Slowik
Senatskanzlei Berlin

Barbara Slowik


Die neue Polizeipräsidentin von Berlin heißt Barbara Slowik. Das teilte die Senatskanzlei Berlin auf Twitter mit. Sie tritt die Nachfolge von Klaus Kandt an, der Ende Februar gehen musste. Slowik war bislang als Spitzenbeamtin im Bundesinnenministerium tätig. Sie ist die erste Frau an der Spitze des Berliner Polizeipräsidiums.

Der Berliner Senat ernannte die 52-Jährige auf Vorschlag von Innensenator Andreas Geisel (SPD) zur Leiterin des Polizeipräsidiums. Die Hauptstadt-Polizei hat 17.000 Polizisten, 2800 Verwaltungsbeamte und -angestellte sowie 2800 Auszubildende. Kommissarisch wurde die Behörde von Michael Krömer geleitet, dem Chef der Polizeidirektion 5.

Seit Juni 2015 leitete Slowik im Innenministerium das Referat für die IT-Steuerung aller Behörden, die dem Ministerium nachgeordnet sind, darunter auch die Sicherheitsbehörden vom Bundeskriminalamt bis hin zur Bundespolizei.

Unter erfahrenen Beamten der Berliner Polizei fallen die Reaktionen auf die Personalie unterschiedlich aus. "Abwarten", sagt einer gegenüber dem SPIEGEL. "Sie ist ein unbeschriebenes Blatt, dass kann sich als Vor- oder Nachteil erweisen." Ein anderer ist weniger optimistisch und hätte sich ein erfahrenen Polizeipraktiker gewünscht: "Arbeit im Ministerium ist das Eine, die Führung der Hauptstadtpolizei mit rund 20.000 Mitarbeitern was ganz anderes."

Einige Beamte setzen für das zukünftige Funktionieren auf die Personalie des Stellvertreters. "Erfahrung, Pragmatismus und Durchsetzungsvermögen gegen die Innenverwaltung" wünschen sie sich vom zukünftigen Vizepräsidenten. Hinter vorgehaltener Hand werden die Aussagen schroffer: "Es sagt viel über die Sicht auf die Behörde aus, dass man scheinbar niemanden aus der Praxis für die Funktion gewinnen konnte."

"Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit", schrieb die Senatskanzlei zu einem Bild, dass die neue Polizeipräsidentin vor dem Gespräch mit den Senatoren zeigt. "Toi, toi, toi", heißt es in dem Tweet weiter.

Slowik tritt keine leichte Aufgabe an. Innensenator Andreas Geisel hatte Kandt nach rund fünfjähriger Amtszeit im Februar in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Innerhalb der Behörde war der 57-Jährige schon länger umstritten. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Ermittlungsfehler im Fall des Anschlags von Anis Amri, das Fehlverhalten von Berliner Polizeihundertschaften im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg und die Vorwürfe, die Berliner Polizeiakademie werde von kriminellen Clans unterwandert. (Mehr zu den Gründen für Kandts Ablösung lesen Sie hier). Zudem machen Probleme bei der Nachwuchsgewinnung der Polizei zu schaffen.

Geisel hatte im Februar erklärt, er habe nicht mehr das Vertrauen gehabt, dass Kandt für einen glaubwürdigen Neuanfang der Polizei stehen könne. Um den muss sich nun Slowik kümmern.

bbr/dpa/AFP

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