Scheinehen arrangiert Vier Festnahmen bei Großeinsatz gegen mutmaßliche Schleuserbande

Für eine Scheinehe sollen die Verdächtigen bis zu 16.000 Euro kassiert haben: Einsatzkräfte der Bundespolizei haben vier Mitglieder einer mutmaßlichen Schleuserbande festgenommen und Dutzende Wohnungen durchsucht.


In Berlin und Brandenburg haben Bundespolizisten bei einem Großeinsatz gegen eine mutmaßliche Schleuserbande vier Verdächtige festgenommen. Drei Männer und eine Frau stehen im Verdacht, in etwa 200 bislang ermittelten Fällen Scheinehen arrangiert zu haben, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Außerdem wurden am Morgen 47 Wohnungen in drei Bundesländern durchsucht.

Mehr als 570 Beamte waren an dem Einsatz gegen die mutmaßlich deutsch-serbische Bande beteiligt. Laut Bundespolizei erfolgte der Großeinsatz im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin. Der überwiegende Teil der durchsuchten Wohnungen befinde sich in der Hauptstadt, hieß es. Aber auch in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen-Westfalen wurden Privatwohnungen durchsucht.

Laut Polizeiangaben handelte es sich bei den Festgenommenen um zwei deutsche Männer im Alter von 51 und 63 Jahren, eine 51-jährige deutsche Frau und einen 40 Jahre alten Serben.

Die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern laufen laut Bundespolizei seit Oktober 2017. Durch die vorgetäuschten Eheschließungen hätten die Banden Menschen aus Pakistan, Nepal und Albanien einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglichen wollen. Bis zu 16.000 Euro sollen dafür jeweils gezahlt worden seien. "Das hat die Menschen teils auch in Abhängigkeiten gebracht", sagte der Sprecher.

Für die Scheinehen sollen die Beschuldigten fingierte Ehepartner vorwiegend aus dem süd- und osteuropäischen Raum vermittelt haben. Teilweise seien Heiratsurkunden aber auch komplett gefälscht worden, so der Vorwurf. Wie die Behörden auf die mutmaßliche Bande aufmerksam wurde, teilte der Sprecher aus ermittlungstechnischen Gründen nicht mit.

sen/dpa

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