Berlin Ermittler finden IS-Flagge nach mutmaßlichem Anschlag auf Bahnstrecke

Der polizeiliche Staatschutz ermittelt nach dem mutmaßlichen Anschlag auf eine Bahnstrecke in Berlin. In der Nähe der Gleise fanden die Ermittler eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat".

ICE (Symbolbild)
DPA

ICE (Symbolbild)


In Berlin ist am Sonntag ein Oberleitungsschaden an einer wichtigen Bahntrasse entdeckt worden. Einsatzkräfte der Bundespolizei entdeckten zwischen den Bahnhöfen Karlshorst und Wuhlheide ein gerissenes Halteseil und ein beschädigtes Versorgungskabel. Kriminaltechniker gehen von einem Anschlag auf die Deutsche Bahn aus.

Bei den Ermittlungen haben die Beamten mehrere Beweismittel sichergestellt. Darunter befinden sich unter anderem auch eine Flagge der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) und Schriftstücke mit arabischen Schriftzeichen. Ob die Flagge und die Schreiben im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag stehen, ist derzeit noch offen.

Außerdem prüfen die Ermittler einen möglichen Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und München am 7. Oktober. An dem Tag war die Frontscheibe eines ICE durch ein Stahlseil beschädigt worden, das unbekannte Täter über die Bahngleise im mittelfränkischen Allersberg nahe Nürnberg gespannt hatten.

In der Nähe des Tatortes waren damals neben mehreren Holz- und Eisenteilen laut Bayerischem Landeskriminalamt (LKA) auch zwei Drohschreiben gefunden worden, ein komplett erhaltenes und ein Fragment. Auch ein arabisches Graffiti an einem Brückenpfeiler dokumentierten die Beamten.

In den Drohschreiben in arabischer Sprache wurden europaweite Angriffe gegen den Bahnverkehr angedroht, falls die EU-Staaten nicht aufhören sollten, den IS zu attackieren. Ob die Attentäter vom 7. Oktober tatsächlich in Verbindung zum IS standen oder ob es sich um Trittbrettfahrer handelt, konnte bislang nicht geklärt werden.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, die Texte stammten aus einschlägig bekannten Internetforen, seien frei verfügbar und könnten leicht von jedem anderen verwendet werden. Möglich sei, dass diese Schreiben verwendet wurden, um eine Verbindung zur islamistischen Szene vorzugaukeln.

syd/Reuters/AFP



insgesamt 22 Beiträge
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vox veritas 25.12.2018
1.
Bevor man Verschwörungstheorien verbreitet, sollte man erst einmal abwarten, welche Fakten die Sicherheitsbehörden ermitteln. Aus dem Fall Retorius nichts gelernt, scheint mir. "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört." - Hanns Joachim Friedrichs
Anaconda666 25.12.2018
2. Wie bitte Rechtsradikale Spalter?
Also langsam reicht es aber. Die Anschläge der letzten Jahre im Namen des "IS" - weltweit wohlgemerkt - wurden wohl auch verdeckt von Rechtsradikalen begangen, oder wie? Davon abgesehen wo bekommt man als Nazi bitte schön eine IS Flagge her und Nazis können auch alle Arabisch, oder? Sollte die Briefe mit einem Übersetzer erstellt worden sein, dann hätte das die Polizei vermutlich gesagt. Selbst der allgegenwärtige google Übersetzer kann nicht mal Texte auf Englisch perfekt übersetzen. Und Arabisch steht auf einer ganz anderen Stufe.
Schreck 25.12.2018
3.
oder es waren linke, die das ganze so aussehen lassen wollen, als ob rechte es so aussehen lassen wollen, als ob es islamisten wären.
Reckwig 25.12.2018
4. Belege?
@Mara Cash: Haben Sie irgendwelche Belege oder auch nur Anhaltspunkte für Ihre These, dass die IS-Anschläge auf die Bahn von Rechtsradikalen inszeniert worden sein könnten? Oder sollen wir Ihren "Beitrag" unter der Rubrik "Was nicht sein darf, das nicht sein kann" verbuchen?
widekind 25.12.2018
5. Möglichkeiten sind keine Gewissheiten
Bitte alle erst mal etwas Geduld. Bekennerschreiben können echt sein oder auch von anderen missbraucht. Wer wissen will, was wirklich war, muss warten - womöglich sehr lange. Wir sollten allen misstrauen, die schneller als die Kripo wissen, wer's war.
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