Russlanddeutsches Mädchen Lisa 24-Jähriger wegen Missbrauchs verurteilt

Die vermeintliche Entführung der russlanddeutschen Lisa hatte große Aufregung ausgelöst. Wegen sexuellen Missbrauchs der 13-Jährigen in einem anderen Fall ist nun ein Urteil gefallen.

Ismet S. vor Kriminalgericht
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Ismet S. vor Kriminalgericht


Fast eineinhalb Jahre nach dem Verschwinden der jungen russlanddeutschen Lisa ist ein 24-Jähriger wegen anderer Straftaten gegen das Mädchen verurteilt worden.

In dem Verfahren wurde der Angeklagte Ismet S. des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gesprochen, wie Gerichtssprecherin Lisa Jani sagte. Das Amtsgericht Berlin verurteilte ihn demnach zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten Haft sowie zu einer Geldstrafe von 3000 Euro.

Die damals 13 Jahre alte Russlanddeutsche hatte im Winter vergangenen Jahres ihre Entführung vorgetäuscht. Ihr Verschwinden und die sich dann anschließenden Mutmaßungen hatten auf höchster diplomatischer Ebene Kreise gezogen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstellte deutschen Behörden, die Wirklichkeit zu vertuschen.

Im Zuge der Ermittlungen stieß die Polizei auf S., der im Herbst 2015 Oralsex mit dem Kind gehabt und diesen gefilmt haben soll. Der 24-jährige Bekannte der Schülerin stand wegen dieser einvernehmlichen sexuellen Kontakte zu dem Mädchen unabhängig von ihrem Verschwinden vor Gericht. Ihm war schwerer sexueller Kindesmissbrauch sowie die Herstellung von Kinderpornografie vorgeworfen worden. Zum Schutz des heute 15-jährigen Opfers fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

apr/AFP



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