Gerichtsbeschluss: Öffentliches Erdrosseln von Hundewelpen ist verboten

Sie wollte zwei Hundewelpen während einer "Performance" im Spandauer Theater mit Kabelbindern töten: Das Berliner Verwaltungsgericht hat einer Frau das Erdrosseln der Tiere verboten - weil es nicht unter die Kunstfreiheit fällt.

Berlin - Das grausame Töten von Hundewelpen fällt weder unter die Freiheit der Kunst, noch ist es als Protest zulässig. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem am Freitag bekanntgegebenen Eilbeschluss. Darin bestätigte das Gericht das Verbot einer "Performance" in Berlin-Spandau, auf der zwei Welpen erdrosselt werden sollten (Az: 24 L 113.12).

Die Künstlerin, die gegen das Verbot des Bezirksamts geklagt hatte, wollte am Montag die "Performance" mit dem Titel "Der Tod als Metamorphose" in einem Spandauer Theater abhalten. Laut Gericht sollten nach einer 15-minütigen Meditation zwei Welpen mit Kabelbindern getötet werden. Mit der provokanten Aktion wollte sich die Künstlerin demnach an "traditionellen thailändischen Kunstformen orientieren". Sie wollte mit der "Performance" darauf hinweisen, dass ausgediente Schlittenhunde in Alaska und leistungsschwache Jagdhunde in Spanien auf gleiche Weise zu Tode stranguliert würden, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Künstlerin hatte den Angaben zufolge argumentiert, dass Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gerechtfertigt seien, weil das Grundgesetz "Kunstfreiheit vorbehaltlos garantiere". Das sah das Verwaltungsgericht anders: Nach dem Tierschutzgesetz dürfe niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, heißt es in dem Beschluss. Zudem sei es verboten, ein Tier zur Schaustellung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden seien.

Ein vernünftiger Grund für die geplante Tötung der Welpen sei auch unter Berücksichtigung der Kunst- und möglicherweise der Religionsfreiheit nicht anzuerkennen, entschied das Gericht weiter. Die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung stelle einen gravierenden Eingriff in das Staatsschutzziel des Tierschutzes im Grundgesetz dar. Gegen den Beschluss kann die Künstlerin Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erheben.

wit/dapd/AFP

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1.
schokolade23 27.04.2012
das ist mit abstand das abstossenste was ich seit langem gehoert habe. und ich finde es unglaublich, dass diese "Kuenstlerin" den rechtsweg beanspruchte um zu versuchen ihr vorgehen auf legalem wege verwirklichen zu koennen. keine kunstaktion kann jemals den mord an einem tier oder mensch rechtfertigen..nirgends und niemals.
2.
der_seher59 27.04.2012
Die "Künstlerin" erdrosseln und die Hunde meditieren ?Ich selbst bin auf dem Land gross geworden und mir ist schon früh klar geworden, daß man das Schwein auch schlachten muss, um das Schnitzel zu essen. Zugleich war ich aber immer der Meinung, daß man kein Tier zum Spass oder warum auch immer tötet oder quält. Welch kranker Geist fasst so eine sog. Performance auch nur ins Bereich des Möglichen ? Einfach nur widerlich
3.
hhs07 27.04.2012
Kunst ist kein vernünftiger Grund..... Das ist das Gescheiteste, das ich jemals zum Thema Kunst gehört habe.
4.
Forumkommentatorin 27.04.2012
Das hätte ich auch ohne Richterspruch gewusst. Oder ist der Artikel nur erschienen um uns nochmal wieder darauf hinzuweisen: Nur bei religiösen Gründen isses erlaubt?
5.
n8nebel 27.04.2012
Kunstfreiheit schön und gut, wenn die Frau sich aus Protest auf der Bühne selbst erdrosseln will, kann sie das gern tun, aber Tiere als Teil einer Performance sinnfrei zu töten, und dann auch noch die Dreistigkeit zu besitzen, die Gerichte mit diesem Schwachsinn zu belästigen, ist schon ein starkes Stück. Evtl sollte man die Künstlerin einschläfern.
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