Berlin: Ikea wegen verdächtigen Handys geräumt
Aufregung in einer Ikea-Filiale in Berlin-Lichtenberg: Kurz vor Ladenschluss mussten Kunden und Angestellte das Möbelhaus verlassen, weil ein Sprengstoffanschlag befürchtet wurde.
Berlin - Ein Ikea-Kaufhaus an der Landsberger Allee in Berlin ist wegen eines herrenlosen Handys geräumt worden. Kurz vor Ladenschluss am Donnerstag mussten Beschäftigte und Kunden das Möbelhaus verlassen, weil ein Sprengstoffanschlag befürchtet wurde. Das Mobiltelefon stellte sich aber nach rund drei Stunden als harmlos heraus, wie die Polizei am Freitag mitteilte.
Eine Röntgenuntersuchung des Geräts ergab keine Hinweise auf eine Bombe, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch die Durchsuchung des Gebäudes mit einem Sprengstoffsuchhund blieb ergebnislos.
In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Sprengstoffanschläge auf Kaufhäuser des schwedischen Konzerns in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und in Dresden gegeben.
Nach dem Vorfall in Dresden tauchten mehrere Bekennerschreiben auf. Der Inhalt war bei allen Schreiben weitgehend gleich und wuerde durch Spezialisten des Landeskriminalamtes analysiert.
Einzelheiten zu den Schreiben konnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht werden, hieß es. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd gingen Schreiben sowohl bei Ikea als auch beim sächsischen Landeskriminalamt in Dresden ein. Eine Ikea-Sprecherin wollte keinerlei Angaben zu der aktuellen Entwicklung machen und verwies auf die Polizei.
Bei der Fahndung nach dem Dresdner Ikea-Bombenleger ist die Polizei noch immer nicht voran gekommen. Zwar meldeten sich nach Angaben der Ermittler mehrere vermeintlich wichtige Zeugen. Leider hätten diese aber bei der Suche nach dem Täter nicht weiterhelfen können. Auch die Auswertung der Video-Überwachungsbilder hatte demnach nichts Konkretes gebracht, ebenso die Veröffentlichung eines Phantombildes.
Der Sprengsatz war am Freitag vor Pfingsten in der Musterküchenabteilung des Möbelhauses in Dresden in die Luft gegangen, zwei Menschen wurden leicht verletzt. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Ikea wies Spekulationen über einen Erpressungsversuch zurück. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen und schließt lediglich ein politisches Motiv aus. Nach dem Anschlag wurde eine 20-köpfige Sonderkommission gebildet.
jjc/dpa
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- Freitag, 24.06.2011 – 07:51 Uhr
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