JVA Tegel in Berlin Häftling gelang Flucht mit Attrappen-Trick

Aus dem Berliner Strafvollzug ist erneut ein Häftling entkommen. Der Mann nutzte offenbar ein aufwendiges Täuschungsmanöver, um zu entkommen.

Dirk Behrendt
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Dirk Behrendt


Der aus einem Berliner Gefängnis geflohene Häftling hat die Bediensteten der JVA Tegel mit einer Attrappe in seinem Bett getäuscht. Das teilte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mit. Der Mann habe die Umrisse eines Körpers unter der Bettdecke aus Kleidung, Toilettenpapier und Stoffresten sowie einer Mütze geformt. Bei der Zählung nach einer Freistunde habe er so den Eindruck erweckt, dass er dort liege.

Das Fehlen des Häftlings wurde in der Justizvollzugsanstalt erst am Donnerstagmorgen bemerkt, er sei aber höchstwahrscheinlich schon am Mittwoch geflohen - "Wir wissen nicht, auf welchem Weg", sagte Behrendt. Es war die zehnte Flucht aus dem Berliner Strafvollzug innerhalb von sechs Wochen.

Die Justizverwaltung prüft jetzt, ob der 24-Jährige mit einem Lastwagen entkam, der am Mittwoch Waren in die JVA lieferte. Der Fahrer des Wagens wurde vernommen, er steht den Behörden zufolge nicht unter Verdacht. Der Gefangene sollte bis 2022 eine vierjährige Haftstrafe wegen räuberischer Erpressung in dem Gefängnis verbüßen.

Ob die erneute Flucht auf fehlende Bedienstete zurückgeht, ist unklar. Behrendt verwies zwar auf die angespannte Personalsituation, stellte aber die Aufklärung in den Vordergrund. Er werde dem Parlament Rede und Antwort stehen, alles andere werde sich dann zeigen.

Kurz nach Weihnachten waren vier Strafgefangene aus dem geschlossenen Teil der Anstalt Plötzensee ausgebrochen sowie fünf Männer aus dem offenen Vollzug entwichen. Die Strafgefangenen sind zurück, von der anderen Gruppe fehlt noch ein Gesuchter.

bbr/dpa



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