JVA Tegel in Berlin Mörder kehrt nicht rechtzeitig von Freigang zurück

Ein Häftling der JVA Tegel in Berlin hatte Freigang und kehrte nicht rechtzeitig zurück. Offenbar leitete die Polizei eine Fahndung ein - mittlerweile gibt es aber Entwarnung.

Gelände der JVA Tegel
DPA

Gelände der JVA Tegel


Die Berliner Polizei fahndete nach einem Häftling der Berliner JVA Tegel, der sich wohl eigenmächtig seinen Freigang verlängert hatte. Das berichten unter anderem die "Bild"-Zeitung und die Berliner "B.Z." unter Berufung auf Polizeikreise.

Bei dem Häftling soll es sich demnach um einen verurteilten Mörder Ende 40 handeln. Laut "Bild" hätte er am Samstagabend um 21.45 Uhr wieder zurück in der JVA Tegel sein sollen. Diese Frist ließ der Mann aber offenbar verstreichen. Seinem Betreuer soll er laut "Bild" per SMS mitgeteilt haben, heute nicht zu erscheinen.

Daraufhin wurde die Polizei alarmiert, welche eine Fahndung einleitete. Offenbar war es aber nicht die Polizei, die den Häftling wieder aufgreifen konnte: Er kehrte am Sonntag um 14 Uhr selbst in die JVA Tegel zurück. Das twitterte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Justiz. Was der Mann in der Nacht in Freiheit gemacht hat, ist unklar.

Neun Berliner Gefangene waren plötzlich weg

Der Freiheitsdrang von Berliner Häftlingen macht derzeit immer wieder Schlagzeilen: So entkamen insgesamt neun Personen aus der JVA Plötzensee, innerhalb weniger Tage.

Vier dieser Häftlinge starteten kurz vor Silvester eine filmreife Flucht aus dem geschlossenen Vollzug. Sie zerschlugen einen Betonpfosten zwischen Lüftungsschlitzen und trennten die im Pfosten befindlichen Stahlträger mit einer Flex durch.

DPA/ Senatsverwaltung für Justiz Berlin

Durch die so entstandene enge Öffnung zwängten sich die vier ins Freie und krochen unter dem Außenzaun der Justizvollzugsanstalt hindurch in die Freiheit (siehe obiges Video). Eine Kamera filmte sie dabei, trotzdem wurde erst knapp 45 Minuten später Alarm ausgelöst.

Die anderen fünf Häftlinge waren dagegen laut Angaben der Berliner Senatsverwaltung aus dem offenen Vollzug heraus verschwunden. Die Fälle lösten eine Debatte um marode deutsche Haftanstalten aus. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten sieht einen Sanierungsbedarf von 400 bis 500 Millionen Euro bei den Gefängnissen in der Hauptstadt. Außerdem fehle Personal.

gru

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