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Berlin: Große Mengen Kokain in Aldi-Filialen gefunden

Das Landeskriminalamt ermittelt: In mehreren Berliner Filialen des Discounters Aldi ist Kokain im Millionenwert entdeckt worden. Insgesamt waren mehr als 140 Kilogramm Rauschgift in Bananenkisten versteckt, der größte Drogenfund in Berlin seit Jahren.

Berlin - In Berliner Aldi-Filialen sind erhebliche Mengen Kokain entdeckt worden. Der Schwarzmarktwert der in Bananenkartons entdeckten 140 Kilogramm Rauschgift liege bei sechs Millionen Euro, teilten die Ermittler mit. Aldi-Mitarbeiter entdeckten das Rauschgift beim Auspacken der Kartons aus Kolumbien, wie Olaf Schremm vom Landeskriminalamt sagte. Es ist der größte Drogenfund in der Hauptstadt seit Jahren.

Das Rauschgift verbarg sich in sieben Bananenkisten, die mit einer Lieferung aus Kolumbien über den Hamburger Hafen nach Berlin kamen. Dort gelangten die Kartons mit Kokain in vier Filialen in Berlin und eine im brandenburgischen Velten. Es sei aber kein Kunde mit der illegalen Droge in Kontakt gekommen.

Es handele sich um einen "absoluten Zufallsfund", sagte Schremm. "Wir gehen von einem logistischen Fehler der Täter aus." Wer die Schmuggler sind und für wen die Ware bestimmt war, ist unbekannt. Dass das Rauschgift bis Berlin kam, sei aber nicht ihr Plan gewesen, zeigte sich Zollfahnder Andreas Beyer überzeugt: Eine Möglichkeit sei, dass es den Tätern nicht gelang, den Stoff rechtzeitig aus dem Container zu holen.

Die Route von Südamerika zum Hamburger Hafen gilt als gängige Schmuggelroute. Das Landgericht der Hansestadt verhandelt derzeit gegen einen Mann, der 500 Kilo in einem Container mit Holzbriketts von Paraguay nach Deutschland geschmuggelt haben soll. Erst vergangene Woche entdeckte der Zoll zehn Kilo des Rauschgifts auf einem Frachter aus Südamerika. Ein noch größerer Fund liegt in der Hauptstadt fast eineinhalb Jahrzehnte zurück: 1999 wurde laut Polizei ein Großfund von 330 Kilogramm Kokain beschlagnahmt.

Die nun in Berlin aufgetauchte Schmuggelware war Teil einer Großlieferung mit etwa 1150 Bananenkisten, die von Hamburg per Lastwagen zunächst zum zentralen Obst- und Gemüsemarkt im Berliner Stadtteil Moabit gelangten, wie die Ermittler erklärten. Mitarbeiter des Discounters seien in insgesamt sieben Kisten fündig geworden. Die Behörden hätten daraufhin alle Kisten der Lieferung untersucht, aber kein weiteres Kokain gefunden.

Die Fahnder lobten das "umsichtige und äußerst kooperative Verhalten" der Aldi-Beschäftigten. Sie hatten die Polizei über den Notruf 110 herbeigerufen. Zahlreiche Spuren und Ermittlungsansätze hätten so gesichert werden können. Aldi Nord in Essen wollte am Dienstag keine Stellungnahme abgeben und begründete dies mit den laufenden polizeilichen Ermittlungen.

wit/dpa/AFP

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