Verdacht auf Volksverhetzung Berliner Ladenbesitzerin erteilt Roma Hausverbot

Die Besitzerin eines Esoterikladens in Berlin will keine Roma mehr dulden - und hängt ein Verbotsschild an die Tür. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.


Mit einem Schild an der Tür hat eine Berliner Ladenbesitzerin Roma Hausverbot erteilt. Angehörige der Minderheit hätten sie immer wieder bestohlen und dürften sich den Waren nun nicht mehr nähern, stand auf dem Schild. Über den Vorfall berichtete zuerst die "B.Z.".

Am Nachmittag hatte die Besitzerin des Esoterikladens in Neukölln den Zettel wieder entfernt. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.

Zuvor hatte Romeo Franz, selbst Roma und Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung, Anzeige erstattet. Das Hausverbot sei rassistisch und verstoße gegen das Antidiskriminierungsgesetz, sagte Franz. "Da ist ganz klar eine Grenze überschritten worden. Man muss sich nur mal vorstellen, da stünde nicht 'Roma', sondern 'Juden'."

Der "B.Z." sagte die Ladenbesitzerin, sie sei von Roma selbst in Anwesenheit von Kunden bestohlen worden. "Der Schaden ist so groß, dass ich zuletzt meine Miete nicht mehr zahlen konnte."

sms/dpa



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