Rente eines Toten kassiert Angeklagter bricht sein Schweigen

Josef S. bewahrte zehn Jahre lang die Leiche eines Rentners in einer Tiefkühltruhe auf - und kassierte dessen Rente. Vor Gericht hat S. nun bestritten, den Mann getötet zu haben.

Josef S. vor Gericht (Archivfoto)
DPA

Josef S. vor Gericht (Archivfoto)


Nach fast vier Monaten hat der Angeklagte im Berliner Prozess um eine zerteilte Leiche in einer Tiefkühltruhe überraschend sein Schweigen gebrochen. Josef S. wies den Vorwurf des Mordes zurück.

Der 56-Jährige sagte vor dem Landgericht, er habe den Witwer nicht umgebracht. Der 80 Jahre alte Rentner sei tot gewesen, als er ihn Ende Dezember 2006 in dessen Wohnung gefunden habe. Ihm sei dann der Gedanke gekommen, den Tod zu verschleiern und die Rente des Bekannten zu kassieren. Die Leiche habe er zerstückelt.

Der Angeklagte erklärte weiter, er habe sich schuldig gemacht und mit dem Geld des Rentners vor allem seine Spielsucht finanzieren wollen. Um das Geschehen zu verdrängen, habe er noch mehr gespielt. Jahrelang habe er ein Doppelleben geführt.

Dem angeklagten Trödelhändler wird Mord aus Habgier, Heimtücke und zur Ermöglichung einer anderen Straftat zur Last gelegt. Laut Anklage soll er sich das Vertrauen des Witwers erschlichen, ihn erschossen und nach dem Verbrechen großen Aufwand betrieben haben, um dessen Tod zu verschleiern. Polizisten hatten Anfang Januar 2017 die Wohnung geöffnet und die zerteilte Leiche gefunden.

bbr/dpa



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