Leiche in Tiefkühltruhe Gericht verurteilt Mörder zu lebenslanger Haft

Josef S. soll einen Rentner erschossen, die Leiche in der Tiefkühltruhe aufbewahrt und die Rente des Opfers kassiert haben. Dafür soll der 56-Jährige nun ins Gefängnis.

Josef S. vor Gericht (Archivfoto)
DPA

Josef S. vor Gericht (Archivfoto)


Mehr als ein Jahr nach dem Fund der zerstückelten Leiche eines Berliner Rentners in einer Tiefkühltruhe ist der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 56-Jährigen des Mordes schuldig und stellte zugleich die besondere Schwere der Schuld fest.

Der Witwer sei kaltblütig getötet und die Leiche brutal beseitigt worden, sagte Richter Peter Schuster. Laut Urteil erschoss der Trödelhändler Josef S. sein Opfer um die Jahreswende 2006/2007 und versteckte die zerteilte Leiche im Eis, um zehn Jahre lang die Rente von monatlich 2000 Euro zu kassieren. Die Tat blieb rund zehn Jahre unentdeckt.

In seinem Schlusswort wies der Angeklagte den Mordvorwurf erneut zurück: "Ich habe Heinz nicht umgebracht und keinen anderen." Er hatte im Prozess seinen Anwalt erklären lassen, er habe seinen Bekannten zerteilt und in der Kühltruhe versteckt, um mit der Rente seine Spielsucht zu finanzieren.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte hingegen dafür plädiert, den Händler und Handwerker vom Vorwurf des Mordes freizusprechen. Es liege nahe, dass sich der einsame Witwer selbst getötet habe.

Polizisten hatten Anfang Januar 2017 die Wohnung geöffnet und die zerteilte Leiche gefunden.

bbr/dpa



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