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Polizeieinsatz in Berlin: Verdächtiger stirbt durch Schuss aus Dienstwaffe

Tödlicher Einsatz: In Berlin haben Polizisten eine mutmaßliche Diebesbande verfolgt. Als der Zugriff erfolgen sollte, eskalierte die Lage.

Bei einer Verfolgungsjagd in der Nacht soll ein Polizist in Berlin einen mutmaßlichen Einbrecher erschossen haben. Das bestätigte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft SPIEGEL ONLINE. Gegen den mutmaßlichen Schützen sei routinemäßig ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Die Polizei habe eine vierköpfige mutmaßliche Diebesbande zunächst mit mehreren Zivilfahrzeugen von Berlin bis nach Brandenburg verfolgt. Nach der Rückkehr in die Hauptstadt habe man sich entschlossen, das Auto des Quartetts im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen zu stoppen. Beim Zugriff hätten die Verfolgten versucht, in ihrem Auto zu flüchten.

Daraufhin sei aus einer Polizeiwaffe "mindestens ein Schuss" abgegeben worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Getroffen wurde demnach der Fahrer, der tödliche Verletzungen erlitt. Der Wagen fuhr noch mehrere hundert Meter weiter, bis er an eine Laterne prallte.

Ein Verdächtiger auf der Flucht

Einer der vier Verdächtigen stamme aus der Balkanregion. Es habe zwei Festnahmen gegeben, ein Mann sei flüchtig, so der Sprecher. Die genauen Tathergänge seien noch unklar. Auch die Frage, ob es einen Warnschuss gegeben habe, müsse noch geklärt werden.

In Berlin hatten Polizisten in den vergangenen Jahren in zwei Fällen mit tödlichen Schüssen Aufsehen erregt. Am Silvesterabend 2008 erschoss ein Zivilfahnder aus Berlin im brandenburgischen Schönfließ einen Autodieb. Ein Gericht verurteilte den Polizisten wegen Totschlags in einem minderschweren Fall zu zwei Jahren Haft auf Bewährung, weil er nicht in Notwehr gehandelt habe.

Im Juni 2013 erschoss ein Polizist auf dem Alexanderplatz einen psychisch kranken Mann. Das Opfer hatte nackt in einem Brunnen gestanden und sich mit einem Messer selbst verletzt, bevor es den Beamten angriff. Die Justiz wertete den tödlichen Schuss als Notwehr.

Dem maßgeblichen Berliner Gesetz zufolge darf ein Polizist auf Menschen schießen, wenn sie dringend verdächtig sind, ein Verbrechen begangen zu haben. Zweck des Schusswaffengebrauchs darf demnach aber nur sein, jemanden fluchtunfähig zu machen.

sms/ulz/dpa

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