Tödliches Autorennen Mordprozess gegen Berliner Raser geplatzt

Der neu aufgelegte Mordprozesses um ein illegales Autorennen auf dem Berliner Ku'damm ist geplatzt. Grund ist ein erfolgreicher Befangenheitsantrag der Verteidigung.

Angeklagte in Berliner Landgericht (Archiv)
FELIPE TRUEBA/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Angeklagte in Berliner Landgericht (Archiv)


Zwei junge Männer lieferten sich 2016 ein Autorennen auf dem Berliner Ku'damm, ein Unbeteiligter starb. Die Raser wurden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof (BGH) kippte den Schuldspruch, weil er den Tötungsvorsatz als nicht ausreichend belegt ansah. Daher begann vor dem Landgericht in Berlin Mitte August ein neuer Prozess.

Dieser ist nun geplatzt. Die Hauptverhandlung sei ausgesetzt, teilte das Landgericht mit. Damit war ein Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die Richter der 40. Großen Strafkammer erfolgreich. Nun wird der Fall nochmals neu verhandelt werden müssen - vor einer anderen Strafkammer, wie eine Gerichtssprecherin erklärte. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Die beiden Angeklagten bleiben weiterhin in Untersuchungshaft.

Grund für die Neuauflage des Prozesses ist dieses Mal, dass die Verteidigung direkt zum Auftakt der erneuten Verhandlung moniert hatte, für die Juristen stehe ein zweites Mordurteil schon zu Beginn des Prozesses fest. Eine andere Kammer des Gerichts kam nun zu dem Schluss, dass die "Besorgnis der Befangenheit" nicht ausgeschlossen werden könne, auch wenn keine "tatsächliche Befangenheit" gegeben sei.

Es sei Richtern zwar erlaubt, sich im Vorfeld einer Hauptverhandlung beispielsweise bei Entscheidungen über Haftfragen zu äußern, ohne dass dies dessen Unparteilichkeit infrage stelle, erklärte das Gericht. "Im vorliegenden Fall ließen jedoch einzelne Formulierungen und Argumente in der Begründung des Haftfortdauerbeschlusses der Richter diesen Rückschluss ausnahmsweise zu", hieß es in einer Mitteilung.

Unfallort in Berlin (2016)
DPA

Unfallort in Berlin (2016)

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 26 und 29 Jahre alten Angeklagten vor, in der Nacht zum 1. Februar 2016 bei einem Rennen einen 69-Jährigen getötet zu haben. Sie sollen seinen Tod billigend in Kauf genommen haben. Im Februar 2017 gab es in dem Fall das deutschlandweit erste Mordurteil gegen Raser.

Im Video: Straßenrennen mit Todesfolge

ABIX

wit/dpa/AFP

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.