Kriminalität Berliner Polizeichef dementiert Unterwanderung durch Clans

Haben kriminelle Clans die Berliner Polizei unterwandert? Polizeipräsident Klaus Kandt widerspricht entschieden: "Die Behauptung ist definitiv falsch".

Klaus Kandt
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Seit Tagen gibt es Diskussionen über die Zustände an der Polizeiakademie Berlin. Jetzt hat der Polizeipräsident Klaus Kandt der Behauptung widersprochen, dass seine Behörde von kriminellen Clans unterwandert sei. "Die Behauptung ist definitiv falsch", sagte er in einer Sondersitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus.

Zuvor hatte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im ZDF-"Morgenmagazin" gesagt, es gebe "deutliche Hinweise" darauf, dass arabische Großfamilien versuchten, Mitglieder in den öffentlichen Dienst einzuschleusen.

Die Diskussionen über die Akademie waren unter anderem durch eine Audioaufnahme ausgelöst worden, in der sich ein Ausbilder über unhaltbare Zustände in einer Klasse beklagt, in der viele Schüler mit Migrationshintergrund säßen.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) bekannte sich nun ausdrücklich zu Polizisten mit Migrationshintergrund und ihrer Integrität. Er wehre sich dagegen, dass fremdenfeindliche Ressentiments geschürt würden. "Das werde ich nicht dulden", sagte Geisel.

Nach schweren Vorwürfen zu Missständen an der Berliner Polizeiakademie hatte die Opposition aus FDP, CDU und AfD die Sitzung durchgesetzt. Seit Tagen tauchen immer neue Vorwürfe zu Verwerfungen an der Ausbildungsstätte für den mittleren Dienst der Hauptstadt-Polizei auf. Demnach sollen dort Polizeischüler mit Migrationshintergrund durch Hass, Lernverweigerung und Gewalt in einer Klasse aufgefallen sein. Die Vorwürfe landeten über Umwege oder anonym bei der Polizeispitze.

Sowohl Geisel als auch Kandt und Vizepolizeipräsidentin Margarete Koppers wiesen die Vorwürfe zurück und verwahrten sich gegen anonyme Anschuldigungen. "Niemand, der sich hier beschwert, kann etwas belegen", sagte der Polizeipräsident. Die Polizeiführung soll in vier Wochen dem Parlamentsausschuss einen detaillierten Bericht vorlegen.

Die Polizei hatte aber eingeräumt, dass es auch Bewerber gibt, bei denen Respekt, Disziplin und Rücksichtnahme nicht ausreichten. Manche beherrschten die deutsche Sprache ungenügend. Es gebe Nachhilfekurse. Einige Polizeianwärter seien zuvor straffällig geworden. An der Schule werden laut Polizei rund 1200 junge Menschen ausgebildet, etwa 40 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund.

bbr/dpa



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