Einsatz in Flüchtlingsunterkunft Wohlfahrtsverband wirft Berliner Polizisten Misshandlungen vor

Auf der Suche nach einem mutmaßlichen Räuber sollen Berliner Polizisten in einer Wohngruppe für junge Flüchtlinge auch gegen Unbeteiligte gewalttätig geworden sein. Nun wird gegen die Beamten ermittelt.


Bei einem Einsatz in einer Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge sollen Berliner Polizisten unangemessen aggressiv vorgegangen sein. Nun ermittelt das Landeskriminalamt wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung gegen mehrere Beamte, die Beschwerde- und Disziplinarstelle ist informiert.

Der Einsatz, an dem laut Polizei 13 Beamte beteiligt waren, ereignete sich bereits am 9. Mai. Die Polizei hatte bei der Suche nach einem mutmaßlichen Räuber einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohngruppe im Stadtteil Lichtenberg. Der Verdächtige sei in der Vergangenheit durch Gewaltdelikte und Widerstand gegen Polizeibeamte aufgefallen, hieß es nun von der Polizei.

Bei dem Einsatz waren drei Bewohner der Einrichtung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes anwesend. In einem Statement hieß es, es sei mutmaßlich zu unverhältnismäßigen und rechtswidrigen Handlungen durch Einsatzkräfte der Polizei gekommen. Man fordere eine zügige Aufklärung des Vorfalls und entsprechende Konsequenzen.

"15 Minuten Polizeigewalt haben zwei Jahre Jugendhilfe zerstört"

Konkret sollen Polizisten dem Verband zufolge die Wohnungstür eingetreten, einen unbeteiligten Jugendlichen aus dem Bett gerissen und gegen eine Glastür geschleudert haben. Er habe mehrere Schnittwunden erlitten, operiert werden und mehrere Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Ein weiterer Jugendlicher soll mit Schlagstöcken traktiert worden sein. Der Jugendliche, nach dem gesucht wurde, sei in seinem Zimmer ohne Widerstand festgenommen worden.

Laut dem Wohlfahrtsverband wurden die Betreuer der Jugendlichen erst im Nachhinein über dein Einsatz informiert. Der Jugendliche, der Schnittwunden erlitten habe, werde deutlich sichtbare Spuren des Übergriffs davontragen. Der Jugendliche, der mit Schlagstöcken traktiert worden sei, klage über Schlafstörungen und Angstzustände, müsse nun wieder in einer Unterkunft mit Nachtbetreuung wohnen."15 Minuten Polizeigewalt haben somit zwei Jahre Jugendhilfe und therapeutische Arbeit zerstört", hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Ähnlich äußerte sich der Kinder-und Jugendhilfe-Verbund Berlin-Brandenburg. Man verurteile das Vorgehen der Sicherungseinheit aufs Schärfste und fordere eine rasche Aufklärung sowie rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen des Einsatzes.

ulz

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