Unfall bei illegalem Autorennen Staatsanwalt ermittelt wegen Totschlag

Ein Autorennen in der Berliner City hat einen Unbeteiligten das Leben gekostet. Den Tätern drohen empfindliche Strafen.

Aufräumarbeiten: Tauentzien nach dem illegalen Autorennen
DPA

Aufräumarbeiten: Tauentzien nach dem illegalen Autorennen


Im Fall des tödlichen Autorennens in Berlin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Totschlag. Geprüft werde, ob bei den Fahrern der Unfallautos ein bedingter Tötungsvorsatz vorlag, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Zudem geht es um den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Ermittlungen gegen die 26 und 24 Jahre alten Männer werden im Bereich der organisierten Kriminalität geführt.

Angesichts der hohen Geschwindigkeiten der Autos und der in der Nacht stark genutzten Straße nahe dem Kaufhaus KaDeWe hätten die Täter einen Unfall und den Tod eines Menschen möglicherweise hingenommen, hieß es. Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis.

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Unfall nach Rennen: Nur noch Trümmer
Zunächst hatte es geheißen, es werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. In diesem Fall wäre eine mildere Bestrafung zu erwarten gewesen: Geldstrafen, Bewährungsstrafen oder Gefängnis bis maximal fünf Jahre.

Einer der beiden Raser hatte bei einem illegalen Autorennen in der Nacht zu Montag am Tauentzien ein drittes Auto gerammt. Dessen 69-jähriger Fahrer starb noch am Unglücksort, die beiden Raser wurden schwer verletzt.

Immer wieder sterben Unbeteiligte bei Autorennen. Erst im Januar waren zwei junge Männer in Köln zu Jugendstrafen auf Bewährung verurteilt worden - wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung.

lba/dpa

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