Fall Georgine Krüger Tatverdächtiger soll weitere Mädchen belästigt haben

Vor gut einer Woche hat die Berliner Polizei einen 43-Jährigen festgenommen, der 2006 die Schülerin Georgine getötet haben soll. Danach hat der Mann womöglich weitere Mädchen belästigt.


Der im Fall Georgine Krüger festgenommene Verdächtige hat offenbar weitere Mädchen belästigt. Bereits im Jahr 2009 warfen zwei Mädchen im Alter von 11 und 13 Jahren dem Beschuldigten nach Polizeiangaben vor, sie verbal belästigt zu haben. Drei Jahre zuvor war die damals 14-jährige Georgine verschwunden.

Nach den Vorfällen im Jahr 2009 ist nach Polizeiangaben Strafanzeige wegen Beleidigung gestellt worden. Wegen des anzüglichen Hintergrundes der Äußerungen sei die Strafanzeige jedoch an die für Sexualdelikte zuständige Abteilung weitergeleitet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin mit.

Vor gut einer Woche hatte die Polizei im Fall Georgine einen 43-Jährigen festgenommen - zwölf Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der Berliner Schülerin. Ihm wird vorgeworfen, die damals 14-Jährige am 25. September 2006 aus sexuellen Motiven in seinen Keller in Berlin-Moabit gelockt und sie dort getötet zu haben. An diesem Tag war das Mädchen gegen 13.50 Uhr zum letzten Mal gesehen worden, als es aus einem Bus in Berlin-Moabit ausstieg. Sterbliche Überreste des Mädchens sind nach Polizeiangaben bislang nicht gefunden worden. Die Ermittlungen insbesondere zum Verbleib der Leiche dauern an.

Polizei stellte Zusammenhang zwischen den Fällen offenbar nicht her

Nach den Strafanzeigen im Jahr 2009 befragte die Polizei den Beschuldigten. Damals hatte er Kontakt zu den beiden Mädchen eingeräumt, die Vorwürfe aber bestritten, hieß es nun in der gemeinsamen Stellungnahme der Behörden.

Er wurde demnach auch auf Georgine angesprochen und habe ausgesagt, dass ihm lediglich bekannt sei, dass ein Mädchen verschwunden sei. Das LKA sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Sachverhalt nicht strafrechtlich relevant sei. Auch die Mordkommission habe keine Ansätze für erfolgversprechende Ermittlungen im Zusammenhang mit Georgine gefunden.

Offen bleibt weiter die Frage, warum die Polizei nach der Belästigung einer weiteren Frau im Jahr 2011 durch Georgines mutmaßlichen Mörder nicht aktiver wurde und einen Zusammenhang herstellte.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte das Amtsgericht Tiergarten den Beschuldigten bereits 2012 wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen verurteilt. Er hatte ein Mädchen aus sexuellen Motiven in den Keller seiner Wohnung gelockt.

kko/dpa



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