Vermittlung von Scheinehen Razzia gegen mutmaßliche Schleuserbande

Die Bundespolizei spricht von einem "Schlag gegen Schleuser". Bei einer Razzia haben die Beamten drei Verdächtige einer mutmaßlichen Bande festgenommen, die Scheinehen arrangiert haben soll.

Beamte der Bundespolizei führen festgenommenen Mann ab
DPA

Beamte der Bundespolizei führen festgenommenen Mann ab


Mit einer groß angelegten Razzia ist die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen eine mutmaßliche deutsch-vietnamesische Schleuserbande vorgegangen. "Wir habe die drei Hauptverdächtigen verhaftet und durchsuchen mehrere Wohnungen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Bei Twitter verkündeten die Beamten einen "Schlag gegen Schleuser".

Den mutmaßlichen Banden-Mitgliedern wird unter anderem vorgeworfen, Scheinehen zwischen Deutschen und Vietnamesen arrangiert zu haben. Die "Paare" sollen dazu nach Dänemark gebracht worden sein. "Dort wurden sie ganz normal getraut", sagte der Sprecher. Anschließend kehrten die Menschen demnach zurück nach Deutschland und gingen getrennte Wege.

Den Ermittlern zufolge musste der vietnamesische Ehepartner für die Vermittlung der Scheinehe, mit dem er sich das Aufenthaltsrecht in Deutschland sicherte, fünfstellige Geldbeträge zahlen. Insgesamt habe die Bundespolizei Erkenntnisse über zehn erfolgte Scheinehen, sowie fünf Scheinvaterschaften. Dem Kern der Bande sollen zehn Mitglieder angehören.

Bei den verhafteten Verdächtigen handelt es sich laut Polizei um zwei vietnamesische Männer im Alter von 35 und 57 Jahren, sowie eine 26-jährige Deutsche. Wie lange die Wohnungsdurchsuchungen noch dauern sollten, war in den Morgenstunden noch nicht abzusehen.

Rund 200 Polizisten der Bundespolizei und der Berliner Landespolizei waren den Angaben zufolge von etwa 6 Uhr an im Einsatz. Rund 20 Wohnungen seien bisher durchsucht worden. Zwei davon liegen laut Polizei in Brandenburg, in den Gemeinden Ahrensfelde und Panketal. Die übrigen seien im Osten Berlins, in den Stadtteilen Lichtenberg, Pankow, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf.

fok/dpa



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