Durchsuchungen Berliner Polizist wegen Korruptionsverdachts verhaftet

Bei Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts in Berlin ist am Morgen ein Polizist verhaftet worden. Laut Staatsanwaltschaft soll er Drogenhändler vor Kontrollen gewarnt und dafür Geld kassiert haben.

Polizisten in Berlin (Symbolbild)
DPA

Polizisten in Berlin (Symbolbild)


Im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen sind in Berlin drei Beschuldigte festgenommen worden - darunter ein Polizeibeamter. Der 39-Jährige soll als Gegenleistung für Schmiergeldzahlungen regelmäßig Drogenhändler vor Kontrollen gewarnt haben. Laut Generalstaatsanwaltschaft besteht der dringende Verdacht der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit, der Verletzung von Dienstgeheimnissen und der Beteiligung am Betäubungsmittelhandel.

Ebenfalls beschuldigt werden vier Inhaber und Betreiber mehrerer Gaststätten in Berlin-Wedding, mit denen der Mann einen Deal vereinbart haben soll. Der Polizeibeamte soll regelmäßig Geldbeträge bis zu 3000 Euro für Hinweise auf mögliche Kontrollen durch Polizei-, Zoll-, Steuerbehörden und Bezirksamt erhalten haben. Der Polizist soll zudem den anderen Verdächtigen für regelmäßige Geldzahlungen den Lagerraum eines von ihm geleiteten Pokerclubs in Berlin-Pankow zur Zwischenlagerung von Drogen zur Verfügung gestellt haben.

Am Freitag gab es Durchsuchungen in 14 Objekten, etwa 50 Beamte waren beteiligt. Unter anderem wurden Bargeld und Mobiltelefone sichergestellt. Verhaftet wurden auch zwei weitere Verdächtige. Die Ermittlungen richten sich gegen fünf Beschuldigte. Die vier anderen Verdächtigen sind des Drogenhandels, der gewerbsmäßigen Bestechung und der Anstiftung zum Geheimnisverrat beschuldigt.

Die Berliner Polizei war zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen. Vor kurzem musste Polizeichef Klaus Kandt seinen Posten räumen. Er stand zuletzt mehrfach in der Kritik - unter anderem wegen der Zustände an Polizeischießständen. Für Aufsehen sorgte auch die Polizeiakademie, wo sich Ausbilder über Disziplinlosigkeit von Polizeianwärtern bis hin zu kriminellen Bewerbern beschwert hatten.

Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber twitterte: "Ein Markenkern der Organisierten Kriminalität ist, dass diese auf allen gesellschaftlich relevanten Ebenen vernetzt ist. Leider auch bei der Korruption in Behörden. Darüber spricht man nicht gerne, aber so läuft's."

wit/AFP/dpa



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