Angriff auf Berliner Obdachlosen Mutmaßliche Täter stellen sich der Polizei

Sechs junge Männer haben sich in Berlin der Polizei gestellt - die Gruppe soll versucht haben, einen Obdachlosen anzuzünden. Einen weiteren Verdächtigen nahmen Zivilfahnder fest.


Nach dem Angriff auf einen Obdachlosen im Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße haben sich sechs Tatverdächtige der Polizei gestellt. Zivilfahnder nahmen einen siebten mutmaßlichen Täter fest. Zunächst hatte es von der Polizei geheißen, alle sieben Verdächtigen hätten sich bei der Polizei gemeldet.

Die Verdächtigen hätten sich bei verschiedenen Dienststellen gemeldet, hieß es von der Polizei. Teilweise seien die Gesuchten allein, teilweise zu zweit erschienen.

Zwei der Täter seien volljährig und 18 bzw. 21 Jahre alt, die anderen 15 bis 17 Jahre alt. Sechs von ihnen stammten aus Syrien, einer aus Libyen. "Sie sind als Flüchtlinge eingereist", sagte eine Sprecherin SPIEGEL ONLINE. Manche hätten Aufenthaltsgenehmigungen, manche Asylanträge gestellt. Wann genau die Jugendlichen und Männer nach Deutschland gekommen sind, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Die Gruppe soll in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag versucht haben, im U-Bahnhof Schönleinstraße einen Obdachlosen anzuzünden. Der 37-Jährige schlief auf einer Bank. Er blieb unverletzt, weil Passanten eingriffen. Laut Polizei wurden Kleidungsstücke des Obdachlosen in Brand gesetzt. Der Mann sei nur durch das beherzte Eingreifen von Passanten unverletzt geblieben. Ein U-Bahnfahrer sei mit einem Feuerlöscher zu Hilfe geeilt.

Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes, die Tatverdächtigen werden vernommen. "Wir wissen, wer der Hauptverdächtige ist. Es handelt sich um den 21-Jährigen", sagte ein Polizeisprecher im radioeins von RBB.

Die Polizei hatte am Montag Fahndungsbilder und ein Video veröffentlicht, auf denen die Gesuchten in einer U-Bahn zu sehen waren. Laut Polizei führte die gute Qualität der Bilder bei der Öffentlichkeitsfahndung dazu, dass sich sechs Tatverdächtige stellten.

Die jungen Männer waren nach dem Angriff mit einer U-Bahn geflüchtet. Der U-Bahnhof Schönleinstraße an der Grenze der Stadtteile Kreuzberg und Neukölln wird mit Videokameras überwacht.

ulz/cnn/dpa



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