In der Berliner U-Bahn Unbekannte wollten Obdachlosen anzünden

Brutaler Angriff auf einen Wohnungslosen: In Berlin haben offenbar mehrere Jugendliche versucht, einen Mann in Brand zu setzen. Sein Leben verdankt er zufällig vorbeikommenden Passanten.

U-Bahn in Berlin
AP

U-Bahn in Berlin


Mehrere Unbekannte haben in der Nacht auf einem U-Bahnhof in Berlin versucht, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Die Gruppe habe Kleidungsstücke des Mannes in Brand gesetzt, sagte ein Polizeisprecher. "Der Mann blieb nur durch das beherzte Eingreifen von Zeugen unverletzt."

Passanten hätten die Flammen gelöscht, sagte der Sprecher. "Ein U-Bahnfahrer, der das Geschehen beobachtet hatte, eilte mit einem Feuerlöscher hinzu." Die Habseligkeiten des 37-Jährigen hätten gebrannt.

Bisher geht die Polizei von fünf bis sechs Tätern aus, die das Feuer gegen 2 Uhr früh in der Nacht auf den ersten Weihnachtstag gelegt hatten. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, es handele sich um Jugendliche.

Der U-Bahnhof Schönleinstraße an der Grenze der Stadtteile Kreuzberg und Neukölln wird mit Videokameras überwacht. Bisher gebe es noch keinen Zeugenaufruf, sagte der Sprecher weiter. Gegen die unbekannten Täter sei bereits ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet worden.

Kürzlich hatte der Fall eines U-Bahn-Treters in Berlin bundesweit Empörung ausgelöst. Ein Mann hatte bereits im Oktober einer Frau unvermittelt auf einer Treppe in den Rücken getreten - die Frau stürzte und brach sich einen Arm. Vor zwei Wochen wurden die Videoaufnahmen des Falls veröffentlicht. Der Tatverdächtige wurde inzwischen gefasst. Die Polizei hatte Kritik auf sich gezogen, weil sie erst nach mehreren Wochen mit Videobildern nach dem Täter suchte.

Mitte November wurde in Köln ebenfalls ein Obdachloser angezündet. Der 29-Jährige wurde vermutlich erstochen und in Brand gesteckt. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 37-Jährigen aus dem Milieu.

brt/dpa/AFP



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