Berliner Weihnachtsmarkt: Polizei sucht mit Phantombild nach Giftmischer

Mit großem Aufwand sucht die Polizei den Schnaps-Panscher, der auf Berliner Weihnachtsmärkten mindestens zehn Menschen vergiftet haben soll. Nun setzen die Beamten auf Hinweise aus der Bevölkerung - und veröffentlichten ein Phantombild des Mannes.

Phantombild: Mit dieser Zeichnung will die Polizei den Giftmischer finden Zur Großansicht
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Phantombild: Mit dieser Zeichnung will die Polizei den Giftmischer finden

Berlin - Der Verdächtige soll etwa 1,80 Meter groß sein, kurze dunkelblonde Haare und ein rundes Gesicht haben - viel mehr Anhaltspunkte hat die Polizei bisher nicht. Seit einer Woche sucht sie nach dem Mann, der auf Berliner Weihnachtsmärkten mindestens zehn Menschen vergiftet haben soll. Nun setzen die Beamten auf eine neue Strategie - und veröffentlichte am Mittwoch ein Phantombild des Mannes. "Wir haben uns in Abstimmung mit der Justiz zu diesem Schritt entschieden", sagte ein Polizeisprecher.

Einen Tag zuvor hatte ein Marktchef bereits 1000 Euro Kopfgeld auf den Verdächtigen ausgesetzt. "Das Geld soll helfen, dass der Kerl gefasst wird", sagte Charles Blume SPIEGEL ONLINE. "Diese dreckige und feige Vorgehensweise muss unterbunden werden."

Zuletzt war dem Giftmischer eine 15-Jährige zum Opfer gefallen. Sie trank am Samstagabend auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Alexa-Einkaufszentrum Schnaps aus einem Pappbecher, den ihr ein als Weihnachtsmann verkleideter Unbekannter angeboten hatte. Daraufhin musste sich das Mädchen übergeben und litt unter Erinnerungslücken.

Der Verdächtige geht bei seinen Anschlägen offenbar stets nach einem ähnlichen Muster vor: Er erzählt Besuchern des Weihnachtsmarktes von der Geburt seiner Tochter - und spendiert ihnen Schnaps. Für die Beschenkten folgen Übelkeit, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen. Zwei junge Frauen fielen in Ohnmacht und mussten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Keines der Opfer war älter als 33 Jahre.

Möglicherweise mischte der Täter dem Schnaps Liquid Ecstasy bei. Diese sogenannten K.o.-Tropfen können schon bei geringer Überdosierung und insbesondere in Kombination mit Alkohol zu Vergiftungserscheinungen führen. Die Polizei bestätigte bislang lediglich, dass es sich um eine Substanz "ähnlich von K.o.-Tropfen" handele. "Was sich genau in den Fläschchen befand, werden wir aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben."

aar/dpa/dapd

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