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Berufsverbot: Frankreich verbannt Magermodels vom Laufsteg

Sehr dünnen Models droht in Frankreich die Arbeitslosigkeit: Das Parlament hat ein Verbot abgemagerter Männer und Frauen auf Laufstegen beschlossen. Wer das Gesetz missachtet, kann nun im Gefängnis landen.

Frankreich verbannt ausgemergelte Models von den Laufstegen: Das Parlament in Paris hat endgültig ein Gesetz beschlossen, das gefährliches Untergewicht bei Mannequins verhindern soll. Um auf französischen Modeschauen oder bei Fotoshootings arbeiten zu können, brauchen Models künftig eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist.

Zentraler Faktor ist dabei der sogenannte Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht in Relation zur Größe eines Menschen stellt. Liegt der errechnete Wert unter 20 (Männer) oder 19 (Frauen), gehen Experten von Untergewicht aus. Wer Models in Frankreich künftig ohne Bescheinigung mit Angabe des BMI beschäftigt, dem drohen sechs Monate Gefängnis und 75.000 Euro Strafe.

Bereits im April hatte die Nationalversammlung in erster Lesung ein umstrittenes Verbot untergewichtiger Mannequins beschlossen. Das Unterfangen galt damals eigentlich als nicht besonders aussichtsreich, da den Senat die oppositionellen Konservativen dominieren. Die sahen das Berufsverbot für Magermodels kritisch und sprachen von Diskriminierung - nun hat das Gesetz dennoch die Kammer passiert.

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Verbot von Magermodels: Von "Size Zero" zu "Plus Size"
Die Abgeordneten hatten die neue Regel zuvor in den Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform aufgenommen. Sie fürchten, dass extrem dünne Models ein falsches Körperbild vermitteln können. Das neue Gesundheitsgesetz sieht neben der Androhung von Haft- und Geldstrafen vor, dass digital bearbeitete Fotos von Models etwa in Werbeanzeigen künftig mit einem Hinweis versehen werden: Wenn dort nicht angegeben ist, dass das Bild digital verändert wurde, drohen Geldstrafen von bis zu 37.500 Euro.

Modelagenturen in Paris hatten in den vergangenen Monaten gegen das geplante Verbot mobil gemacht. Es sei falsch, die Krankheit Magersucht mit der Schlankheit von Models gleichzusetzen, hieß es.

mxw/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 143 Beiträge
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1.
Max Super-Powers 18.12.2015
Allein der letzte Satz dieses Artikels zeigt, dass das Verbot nicht nur wichtig, sondern auch richtig ist. Agenturen würden sich bei jedem Model herauswinden "die ist doch nur schlank, keineswegs magersüchtig". Insofern: hängt eure Kreationen an normal gebaute Menschen, dann sieht man auch, wie sie an normalen Menschen aussehen - was wiederum einige Fashionistas recht negativ überraschen dürfte.
2. Reicht das für die Leute?
Geisterkarle 18.12.2015
Also habe mal so grob die BMIs der Damen bei Germany's Next Topmodel angeguckt. Die haben tatsächlich einen BMI eher von 17-18 herum, sind also in Frankreich jetzt raus. Aber glaub selbst wenn die Frauen BMI 19-20 haben, werden noch genug Schreier aus ihren Löchern kommen und erzählen, wie krankhaft das ist und nicht erreichbar und so einen Blödsinn! SPDler mit ihrer "Fatacceptance" im Programm z.B....
3. endlich
weblurch 18.12.2015
find ich gut!
4. Und Übergewichtige?
howiemunson1980 18.12.2015
Gestern musste ich hier noch lesen, dass Jean-Paul Gaultier jetzt Mode für Übergewichtige macht. In meinen Augen bei weiten schlimmer und ungesünder als ein leichtes Untergewicht (ich meine jetzt nicht die Personen die sich regelrecht tothungern). Jedenfalls müsste man konsequent auch Modeschauen mit Übergewichtigen verbieten, sind sie doch alles andere als Vorbildcharakter. Aber meistens wird dies in der Öffentlichkeit noch gelobt und mit Eigenschaften, wie Courage verbunden. Für mich völlig unverständlich.
5. Interessant
butternut 18.12.2015
Von Untergewicht auf Magersucht zu schließen, das ist eigentlich Diskriminierung von Natur aus zierlichen Frauen. In Deutschland wird die Grenzlinie für ausgeprägtes Untergewicht bei einem BMI von 17,50 gezogen. Ich kenne zwei Frauen, deren BMI unter 18,50 liegt, die aber definitiv nicht magersüchtig sind. Was ist mit übergewichtigen Models, deren Fettverteilung ein deutlich erhöhtes Diabetes-, KHK- und Krebsrisiko attestiert. Erhalten die jetzt auch ein Berufsverbot?
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