Razzia in Berlin Bestatter soll Pässe von Toten an Schleuser verkauft haben

Ein Berliner Bestattungsunternehmen soll Schleusern die Pässe von Toten verkauft haben. Mit den Papieren reisten später offenbar Syrer nach Deutschland ein. Ermittler haben jetzt mehrere Objekte in Berlin durchsucht.

DPA

Berlin - Ein muslimisches Bestattungsunternehmen in Berlin-Neukölln soll Pässe von Toten an Schleuser verkauft haben. Das ist der Hintergrund einer Großrazzia, bei der Polizisten in den Morgenstunden 26 Objekte in mehreren Stadtteilen durchsucht haben. Der Betreiber des Bestattungsinstituts stehe gemeinsam mit Komplizen im Verdacht, die Pässe von Toten für eine Einreise verkauft zu haben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Damit sollen mindestens neun Menschen - vor allem aus Syrien - nach Deutschland gekommen sein. Sie sollen den Personen auf den Passfotos ähnlich gesehen haben.

"Neun Fälle sind eindeutig nachgewiesen", sagte der Bundespolizei-Sprecher. Die Ermittlungen seien nach einem anonymen Hinweis ins Rollen gekommen. Die Polizisten beschlagnahmten bei den Durchsuchungen Pässe und Computer. Der Betreiber des Bestattungsinstituts zeige sich gesprächsbereit, hieß es. Festnahmen gab es bisher nicht.

Für die Pässe seien den Ermittlungen zufolge unterschiedlich hohe Summen geflossen. Die Ermittlungsgruppe "Schleuser" suche nun nach weiteren Beweisen für einen vermutlich umfangreichen Handel mit Ausweisen von Toten. Es wurden Objekte in Neukölln, Kreuzberg und Schöneberg durchsucht.

rls/dpa

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