Betrugsverdacht: Polizei nimmt Kinderkanal-Mitarbeiter fest

Ein führender Mitarbeiter des Kinderkanals ist unter Betrugsverdacht festgenommen worden. Mit einem Komplizen bei einer Berliner Technikzulieferer-Firma soll er über Scheinrechnungen mehrere Millionen Euro ergaunert haben.

Erfurt - Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug in Millionenhöhe Haftbefehl gegen einen Leitenden Angestellten des Kinderkanals (Ki.Ka) von ARD und ZDF erlassen.

Dem 43-Jährigen wird vorgeworfen, seit Ende 2005 in über 70 Fällen verschiedene Dienstleistungen im Gesamtwert von vier Millionen Euro erfunden und mit einer Firma aus Berlin abgerechnet zu haben. Im Gegenzug soll die Firma den Beschuldigten anteilig an der Hälfte der Summe beteiligt haben. Der Sender hat den Mitarbeiter von seinen Aufgaben suspendiert.

Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt die Privatadresse sowie den Arbeitsplatz des Mannes durchsucht und ihn in seinem Büro festgenommen. Er sollte noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Geschäftsführer der Berliner Firma hatte im vergangenen Oktober bereits gestanden.

Ki.Ka-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp sagte, der Kinderkanal unterstütze die Ermittlungen aktiv, um den Verdachtsfall umfassend aufzuklären. "Der betreffende Mitarbeiter ist am Dienstag vorsorglich vorläufig von seinen Aufgaben entbunden worden und hat Hausverbot erhalten", fügte er hinzu.

Nach Angaben eines Sprechers hatte der Sender bereits eigene Recherchen angestellt, diese aber auf Bitten der Ermittler zeitweise unterbrochen. Der MDR "unterstützt die Ermittlungen vorbehaltlos", sagte der Sprecher. Der Fall solle so schnell wie möglich aufgeklärt werden.

Der Ki.Ka mit Sitz in Erfurt ist eine Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF unter Federführung des MDR.

ddp/dpa

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