Prozess um Missbrauchsvorwürfe Cosby-Anwalt nennt mutmaßliches Opfer "Trickbetrügerin"

Bill Cosby steht wegen Missbrauchsvorwürfen erneut vor Gericht, sein Anwalt hat nun das mutmaßliche Opfer scharf kritisiert. Der heute 45-Jährigen sei es immer nur um eines gegangen: "Geld, Geld, Geld".

Bill Cosby (l.) mit seinem Anwalt
AFP

Bill Cosby (l.) mit seinem Anwalt


Im neu aufgerollten Strafprozess gegen Bill Cosby wegen sexueller Nötigung hat der Verteidiger des US-Entertainers sein Eröffnungsplädoyer der gehalten. Vor dem Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania geht es um die Frage, ob Cosby 2004 die Universitätsangestellte Andrea Constand sexuell missbrauchte. Der Entertainer weist die Vorwürfe zurück.

Cosbys neuer Verteidiger Thomas Mesereau, der einst einen Freispruch für den Sänger Michael Jackson in einem Prozess wegen Kindesmissbrauchs errang, bezeichnete Constand in seinem Eröffnungsplädoyer als "Trickbetrügerin". Die 45-Jährige habe schon länger finanzielle Probleme gehabt und von dem 80-jährigen Angeklagten nur eines gewollt: "Geld, Geld, Geld."

Zu Beginn des Prozesses, der am Montag unter Protesten begonnen hatte, hatte Staatsanwalt Kevin Steele in seinem Eröffnungsplädoyer gesagt, Cosby habe der Frau bereits einige Monate nach dem Vorfall in einer außergerichtlichen Einigung 3,38 Millionen Dollar (heute umgerechnet rund 2,75 Millionen Euro) gezahlt. Steele sieht das als Schuldeingeständnis Cosbys - die Verteidigung als Beweis dafür, dass es Constand nur auf das Geld des Entertainers abgesehen hatte. Die frühere Universitätsmitarbeiterin soll im Verlauf des Verfahrens als Zeugin aussagen.

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Prozess in Pennsylvania: Der Fall Cosby

Ein erster Prozess gegen Cosby, der in den Achtzigerjahren mit der "Bill Cosby Show" weltberühmt geworden war, war vor rund zehn Monaten geplatzt, weil die damalige Jury sich auch nach tagelangen Beratungen nicht auf ein Urteil hatte einigen können. Das jetzige Verfahren mit neuen Geschworenen kann mehrere Wochen dauern (lesen Sie hier die Hintergründe des Falls).

Bei einer Verurteilung droht Cosby eine lange Haftstrafe. Staatsanwalt Keele hatte sich am Montag zuversichtlich geäußert, dass Cosby in drei Anklagepunkten wegen eines schweren sexuellen Übergriffs verurteilt wird. Die Darstellung des einstigen Fernsehstars, die Begegnung mit Constand sei einvernehmlich abgelaufen, wies Steele zurück: Angesichts der verabreichten Beruhigungsmittel sei Constand damals gar nicht in der Lage gewesen, "irgendetwas zuzustimmen".

mxw/AFP/dpa



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