Nach Schuldspruch Bill Cosby bekommt Hausarrest und Fußfessel

Bill Cosby ist wegen sexueller Nötigung schuldig gesprochen worden, das Strafmaß steht aber noch aus. Bis dahin muss der Ex-Comedian eine elektronische Fußfessel tragen - und darf sein Haus kaum verlassen.

Bill Cosby
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Bill Cosby


Der Prozess hat weltweit für Aufsehen gesorgt, nun werden weitere Details über die juristischen Konsequenzen gegen Bill Cosby bekannt. Dem wegen schwerer sexueller Nötigung schuldig gesprochenen US-Entertainer ist es bis zur Verkündung seines Strafmaßes untersagt, sein Haus zu verlassen. Zudem müsse der 80-Jährige eine elektronische GPS-Fußfessel tragen, ordnete Richter Steven O'Neill am Freitag an. Damit lässt sich sein Aufenthaltsort feststellen.

Lediglich für Arzt- oder Anwaltsbesuche darf er sich nach schriftlicher Genehmigung vom Bewährungshelfer von seinem Grundstück entfernen und sich dann im Heimatbezirk Montgomery County oder einem der vier umliegenden Bezirke bewegen. Cosbys Haus liegt in einem Vorort von Philadelphia im Staat Pennsylvania.

Bill Cosbys Wohnhaus
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Bill Cosbys Wohnhaus

Das Strafmaß soll bis Anfang Juli verkündet werden, ein Termin dafür steht noch nicht fest. Dem einst sehr beliebten Entertainer droht eine zehnjährige Haftstrafe.

Rund 13 Stunden hatte die zwölfköpfige Jury am vergangenen Donnerstag gebraucht, um in dem neu aufgerollten Prozess eine Entscheidung zu treffen. Vor rund zehn Monaten war ein erster Prozess geplatzt, weil die damalige Jury sich auch nach tagelangen Beratungen nicht hatte einigen können.

Beide Male ging es um die Frage, ob Cosby 2004 die aus Kanada stammende frühere Universitätsangestellte Andrea Constand mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hatte.

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Urteil gegen Bill Cosby: Enttarnung eines Untadeligen

Die Temple University in Florida, die Cosby 1991 einen Ehrenabschluss verliehen hatte, erkannte ihm diesen Titel unterdessen ab. Cosby hatte die Universität 1971 beendet und saß seit 1982 ehrenamtlich in deren Kuratorium. Dort lernte er auch Constand kennen, die Cosby nun erfolgreich verklagte. Zuvor hatten mehr als ein Dutzend Hochschulen in den gesamten USA ihre an Cosby verliehenen Ehrenabschlüsse zurückgenommen.

"Der Weg zu diesem Schuldspruch war ein langer", sagte Staatsanwalt Kevin Steele und lobte Constand und andere Zeugen im Prozess für ihre Aussagen. Er hoffe, dass Cosbys Schuldspruch den Weg für weitere Opfer sexueller Übergriffe ebnen werde, teilte Steele mit.

Insgesamt haben bislang mehr als 50 Frauen Cosby öffentlich sexuelle Belästigung vorgeworfen, die meisten Fälle sind verjährt.

jok/dpa/AP



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